US-Wirtschaftskrieg: Dauerhafte Ausnahme von Sanktionen für Rosneft Deutschland
Washington. Die unter Treuhand stehende deutsche Tochter von Rosneft ist von den neuen US-Sanktionen gegen den russischen Ölsektor dauerhaft ausgenommen worden. Das US-Finanzministerium veröffentlichte eine entsprechende Regelung, nach der mit Rosneft Deutschland und RN Refining & Marketing Geschäfte gemacht werden dürfen. Auch Firmen, die mindestens zur Hälfte den Unternehmen gehören, sind von den Sanktionen befreit. Bislang war die Ausnahme bis Ende April 2026 befristet.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bezeichnet die Sonderregelung als »starkes Signal«. Sie zeige, »dass Deutschland und die Vereinigten Staaten auch in komplexen geopolitischen Fragen eng abgestimmt handeln und gemeinsam tragfähige Lösungen ermöglichen.«
Zu Rosneft Deutschland gehört unter anderem die Raffinerie PCK in Schwedt, die weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt. Sie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns. Nach Beginn des Ukrainekriegs stellte der Bund die Rosneft-Töchter unter treuhändische Verwaltung.
Die US-Sanktionen verbieten nach Angaben des US-Finanzministeriums eigentlich jede wirtschaftliche Interaktion mit Rosneft, Lukoil und ihren Tochterfirmen – nicht nur für US-Unternehmen, sondern auch für ausländische Banken oder Geschäftspartner, die mit den von den USA als feindlich angesehenen Akteuren in Verbindung stehen. Auch Großbritannien hatte Sanktionen gegen den russischen Öl-Sektor und das Staatsunternehmen Rosneft beschlossen. Diese sollen nach britischen Ministeriumsangaben ebenfalls nicht die beiden deutschen Tochtergesellschaften von Rosneft treffen. (dpa/jW)
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