Aufrüstungsbeauftragte des Tages: Daniela Cavallo
Von Osa Udushesheri
VW ist bekannt für den legendären Käfer. Ein unschuldiges kleines Auto, das so manches Hippieherz höher schlagen ließ. Hippies hockten im VW-Bulli auf dem Woodstock-Festival und konsumierten die eine oder andere chemische Substanz. Die Autos von VW prägten eine ganze Generation und wurden zum Symbol einer Bewegung, die den Krieg ablehnte. Mit diesem vermeintlich unschuldigen und pazifistischen Image, das Volkswagen nach seiner faschistischen Vorgeschichte gezielt aufgebaut hatte, ist es spätestens jetzt vorbei.
VW stellt fest: Krieg und Rüstung können auch geil sein. Mit dabei bei diesem neuen Rüstungswahn ist jetzt auch Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo. »Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung«, sagte sie im Interview mit der dpa und rückt damit also in die Reihen der Kriegstreiber. Der Rüstungswahn von Cavallo kommt nicht von ungefähr. Konzernchef Oliver Blume zeigte sich vergangenen März schon offen für Rüstungsprojekte. Vor allem im Osnabrücker VW-Werk steckt die zivile Produktion in einer tiefen Krise. Cavallo zum Schicksal des Werks: »Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen« – eine Zukunft, in der nicht mehr die vermeintlich unschuldigen kleinen Käfer vom Band laufen sollen, sondern deutsches Kriegsgerät. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens, dass es deutsches Kriegsgerät produziert. Bereits die deutsche Wehrmacht hatte das Volkswagen-Werk im späteren Wolfsburg mit Militärfahrzeugen beliefert.
Kaum sinken die Verkaufszahlen, zählen die Lehren aus der Vergangenheit nichts mehr, und das Image der Unschuld wird ab-, der Flecktarn wieder angelegt. Keine Bullis und Käfer mehr, sondern Fahrzeuge für den Kriegsfall, in denen Soldaten töten und sterben. Eine Transformation mit freundlicher Unterstützung von Betriebsratschefin Daniela Cavallo.
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ansichten
-
Zensur durch die Hintertür
vom 07.03.2026 -
Harte Bandagen
vom 07.03.2026