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Aus: Ausgabe vom 06.03.2026, Seite 15 / Feminismus

UN-Frauenkonferenz mit wichtigen Themen

Berlin. Mitte März findet die 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York statt, genauer: vom kommenden Montag bis zum 19. März. Seit 1946 ringen Länder in dem internationalen Gremium gemeinsam um Frauenrechte. In der Vergangenheit konnten dabei Erfolge gefeiert werden, etwa bessere Bildung, mehr Berufschancen, mehr Eigenständigkeit für Millionen Frauen weltweit. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen in diesem Jahr die Beseitigung diskriminierender Gesetze, Politiken, Praktiken und Barrieren und die gezielte Förderung inklusiver und gerechter Rechtssysteme.

In der jüngsten Zeit gibt es vor allem Stagnation oder Rückschritt zu beklagen. Im UN-Jahresbericht 2025 des Generalsekretärs zu Frauen, Frieden und Sicherheit 2025 wurde gewarnt, dass 676 Millionen Frauen in einem Umkreis von 50 Kilometern um tödliche Konfliktgebiete leben, der höchste Wert seit den 1990er-Jahren. Die Zahl der von den Vereinten Nationen dokumentierten Fälle konfliktbezogener sexualisierter Gewalt ist in nur zwei Jahren um 87 Prozent gestiegen. Von den Vereinten Nationen ernannte unabhängige Menschenrechtsexperten haben auf schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht hingewiesen. Diese betreffen Frauen und Mädchen überproportional häufig.

Gegründet wurde die UN-Kommission im Jahr 1946. Wichtige Weltfrauenkonferenzen waren diejenigen in Mexiko-Stadt 1975, in Kopenhagen 1980, Nairobi 1985 und Beijing 1995. Zudem gilt das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau, abgekürzt CEDAW, aus dem Jahr 1979 als Meilenstein. Darin haben sich die Mitgliedstaaten verpflichtet, aktiv auf Gleichberechtigung hinzuwirken. Deutschland trat dem CEDAW erst 1985 bei. (dpa/jW)

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