BRD-Handwerk fehlen 200.000 Beschäftigte
München. Im deutschen Handwerk fehlen rund 200.000 Fachkräfte. Diese Schätzung nahm der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Mittwoch anlässlich der anlaufenden alljährlichen Handwerksmesse vor. Für dieses Jahr erwarte die Branche demnach nur ein schwaches Umsatzwachstum von einem Prozent. Im Gegensatz zu etlichen großen Konzernen bauten die kleinen Betriebe aber nicht massenweise Stellen ab. Dennoch könnte die Branche im laufenden Jahr altersbedingt um 60.000 Beschäftigte schrumpfen. Das werfe Fragen nach dem Fortbestehen vieler Betriebe auf, zumal die Nachwuchswerbung schleppend verlaufe. 2025 waren laut der Bundesagentur für Arbeit deutschlandweit 16.213 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt geblieben. Allerdings melden nicht alle Betriebe ihre unbesetzten Stellen. Eine wachsende Zahl von Betriebsinhabern gebe inzwischen auf, weil sie keine Nachfolger finden, resümiert der ZDH. Weitere Gründe dafür seien demnach die Belastungen durch Bürokratie, Steuern, Sozialabgaben und Energiepreise. »Impulse allein genügen nicht«, sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich und forderte von der Bundesregierung »Mut zu grundlegenden Strukturreformen«. Ferner verstelle »der noch weit verbreitete Akademikerwahn« den Blick auf die Möglichkeiten im Handwerk, ergänzte der bayerische Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl. Im Regelfall herrscht dort aber eine rücksichtslose Ausbeutung mittels Subsubsubunternehmertum vor. (dpa/jW)
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