Iran angeblich vor Kauf moderner chinesischer Schiffsabwehrraketen
London. Der Iran steht »Insidern« zufolge angesichts des drohenden Konflikts mit den USA kurz vor dem Kauf moderner Schiffsabwehrraketen aus China. Das Geschäft mit den Raketen vom Typ CM-302 sei kurz vor dem Abschluss, sagten sechs mit den Verhandlungen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Lieferdatum sei jedoch noch nicht vereinbart worden. Die Überschallraketen haben eine Reichweite von etwa 290 Kilometern und können die Schiffsabwehr durch einen schnellen Tiefflug umgehen.
Ihre Stationierung würde die Schlagkraft des Iran erheblich verbessern und eine Bedrohung für die US-Streitkräfte in der Region darstellen, sagten zwei Waffenexperten. »Es würde die Lage grundlegend verändern, wenn der Iran die Fähigkeit hätte, Schiffe in der Region mit Überschallgeschwindigkeit anzugreifen«, sagte Danny Citrinowicz, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstmitarbeiter. Die USA versammeln derzeit einen Flottenverband in Schlagdistanz zum Iran, darunter die Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und USS Gerald R. Ford.
Die Verhandlungen mit China hätten sich nach dem zwölftägigen militärischen Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni deutlich beschleunigt. Danach seien hochrangige iranische Militärs und Regierungsvertreter nach China gereist, darunter auch der stellvertretende Verteidigungsminister Massoud Oraei. »Der Iran hat Militär- und Sicherheitsabkommen mit seinen Verbündeten, und jetzt ist ein geeigneter Zeitpunkt, diese Abkommen zu nutzen«, sagte ein Vertreter des iranischen Außenministeriums zu Reuters.
Der Kauf der CM-302-Raketen wäre eine bedeutende Verbesserung für das iranische Arsenal, das durch den Krieg im vergangenen Jahr dezimiert wurde, sagte Pieter Wezeman, Forscher am Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI. Der Iran verhandelt dem Vernehmen nach mit China auch über den Kauf von Flugabwehrsystemen, tragbaren Flugabwehrraketen und Anti-Satelliten-Waffen. (Reuters/jW)
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