Protest gegen Alice Schwarzer in Berlin
Berlin. Junge Frauen haben es heute aus Sicht der 83jährigen Alice Schwarzer schwerer als ihre Generation im Kampf um Gleichberechtigung. In ihrer Lebensführung hätten sie zwar scheinbar freie Wahl, aber die Rollenzwänge seien jetzt stärker als in den 1970er Jahren, sagte die Publizistin und Gründerin der Zeitschrift Emma am Dienstag bei der Vorstellung ihres neuen Buchs »Feminismus pur. 99 Worte« im Berliner Kino »Babylon«. Es habe damals zum Beispiel keine Influencerinnen gegeben, die schädliche Schönheitsideale bewerben und bei vielen Mädchen Selbstzweifel einpflanzten. Vor der Lesung aus ihrem neuen Buch, das in 99 Kapiteln Begriffe von Arbeit bis Sexualität ausdeutet, gab es Proteste von Queerfeministinnen. In ihrem Aufruf zur Demonstration vor dem Kino hieß es, Schwarzer hetze gegen trans Personen und verbreite »rassistischen Müll«. Empörung hatten zuletzt wohlwollend klingende Worte Schwarzers über AfD-Chefin Alice Weidel im Spiegel ausgelöst. Diese seien aber aus dem Zusammenhang gerissen, behauptete sie nun. Sie stehe links. Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine bekräftigte Schwarzer auch ihre Forderung, dass Deutschland umgehend seine Waffenlieferungen an die Regierung in Kiew einstellen sollte. (dpa/jW)
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