Mohammed Reza Pahlavi des Tages: Reza Pahlavi
Von Nick Brauns
Reza Pahlavi, lange als Clownprinz verschriener Abkömmling des 1979 gestürzten Schahs von Persien, ist zuversichtlich. Bereits »in den kommenden Tagen und Wochen« werde die Islamische Republik Iran vollständig zerschlagen sein, delirierte er Mitte der Woche auf X in einer Botschaft an seine Landsleute. Derweil späht der Herrscher in spe, der sich auf einer Großkundgebung Mitte Februar in München mit der faschistischen Parole »Eine Fahne, ein Volk, ein Führer« feiern ließ, während aus der Menge der Ruf »Tod den Linken« ertönte, schon nach neuen Feinden. Gegen vermeintliche »Separatisten« im Vielvölkerstaat Iran gedenkt er nach dem Sturz der Mullahs umgehend die – nur in seinem Kopf existierende – Armee in Marsch zu setzen.
Hintergrund dieser Drohungen ist die Bildung einer »Koalition der politischen Kräfte des iranischen Kurdistans«, zu der sich fünf oppositionelle kurdische Parteien im Iran zusammengeschlossen haben. Während die USA und Israel in den Kurden eine Komponente ihrer Regime-Change-Strategie sehen, tritt der von diesen Mächten zum iranischen Oppositionsführer ernannte Pahlavi lieber in die Fußstapfen seines Vaters. So hatte Mohammed Reza Pahlavi die unter sowjetischem Schutz vor 80 Jahren ausgerufene kurdische Republik von Mahabad zerschlagen und weitere kurdische Autonomiebestrebungen blutig durch die Armee niederhalten lassen, während der Geheimdienst SAVAK kurdische sowie kommunistische Aktivisten folterte und ermordete.
In Sachen territoriale Integrität sollte die Pahlavi-Dynastie dabei lieber leise treten. Schließlich waren es die beiden Schahs, die nicht davor zurückschreckten, zum Iran gehörende oder von diesem beanspruchte Teile des Territoriums wie den Kleinen Ararat, Bahrain oder den Fluss Helmand willkürlich zu opfern, ans Ausland zu verscherbeln oder zu verschenken.
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