Aus Leserbriefen an die Redaktion
Gesundheit als Ware
Zu jW vom 10.2.: »Kranke Versicherung«
Drei Viertel der Krankenhäuser schrieben rote Zahlen. In öffentlichen Einrichtungen seien es 90 Prozent, heißt es in der Apotheken-Umschau vom 15. Dezember 2025. Trotzdem hat sich seit 1991 die Zahl privater Einrichtungen verdoppelt. Krankenhäuser sind zu Profitmaschinen geworden, selbst Pflegeheime, Großpraxen und Medizinische Versorgungszentren werden immer häufiger von profitorientierten Großinvestoren betrieben. Warum werden Krankenhäuser privatisiert?
Seit Anfang der 90er Jahre vernachlässigen die Bundesländer die stationäre Versorgung, es gibt einen geschätzten Investitionsstau von zirka 50 Milliarden Euro. Selbst Universitätskliniken sind nicht mehr vor einem Verkauf an private Investoren sicher. Die Konsequenz: Das Personal wird abgebaut. Die Löhne und Arbeitsbedingungen verschlechtern sich. Und auch die PatientInnen spüren die Folgen. Es geht weniger um ihr Wohlergehen, sondern um Profit. In Deutschland gab es im Jahr 2023 insgesamt 476.924 Krankenhausbetten. Davon befanden sich 98.435 Betten in privaten Krankenhäusern. Private Krankenhäuser besitzen rund 40 Prozent der Kliniken, aber verfügen über weniger Betten pro Haus als öffentliche oder kirchliche Einrichtungen. Private Krankenhäuser (Privatkliniken) von Helios (Fresenius), Asklepios, Rhön-Klinikum und SRH besitzen in der Regel weniger Betten, weil sie sich oft auf spezifische, lukrative Behandlungsfelder konzentrieren, effizienter wirtschaften müssen, um hohe Rendite für die Aktionäre zu erwirtschaften, während öffentliche Krankenhäuser für flächendeckende Grundversorgung sorgen müssen und auch komplexere, weniger profitable Fälle behandeln. Wenn die Wirtschaft stagniert, werden beim Unternehmen die Produktionskapazitäten heruntergefahren, ihre Angebote umstrukturiert und ineffiziente Prozesse ausgetauscht, um auf die geringere Nachfrage zu reagieren und Kosten zu senken. Warum kann das nicht auch für die 94 gesetzlichen Krankenkassen (Stand: 1. Januar 2025) gelten? Alle gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind gesetzlich verpflichtet, einen grundlegenden Leistungskatalog anzubieten. Dazu gehören beispielsweise Krankenhausbehandlungen, Arztbesuche und die meisten verschreibungspflichtigen Medikamente. Dazu reicht doch auch eine einzige Krankenkasse, und wir sparen 94 Vorstände und die dazugehörige Verwaltung. Ein Vorstand verdient nach der Größe seiner Krankenkasse jährlich zwischen 300.000 und 450.000 Euro (zum Vergleich: Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein Jahresgehalt von 360.000 Euro).
In Deutschland liegen die Preise für Medikamente oft im Mittelfeld, aber neue Medikamente sind häufig teurer als in anderen EU-Ländern. Länder wie Polen, Österreich und Spanien sind oft günstiger, was Importe für Deutsche attraktiv macht. Eine Krankenkasse kann doch andere Preise mit dem Hersteller vereinbaren als 94 Krankenkassen jede für sich selbst. Gesundheit ist zur Ware geworden! Jeder Mensch hat das Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung und menschenwürdige Pflege. Dazu braucht es mehr Personal, eine bessere Bezahlung und ein Gesundheitssystem, das sich am medizinischen und pflegerischen Bedarf orientiert und nicht an hoher Rendite! Das Reden über Probleme, löst keine Probleme, sondern das Reden über Lösungen zeigt den Weg, sie zu beseitigen!
Stanislav Sedlacik, Weimar
Gepflastert
Zu jW vom 12.2.: »Rücktritt mit Rückendeckung«
Was ist schlimmer, Dummheit oder Vorsatz? Egal, die CDU wird es schaffen, die letzten demokratischen Nischen auszulöschen. Man könnte auch sagen, die Löcher des AfD-Fundaments zu stopfen.
Heinrich Hopfmüller, Stadum
Kuba I
Wir sollten uns als Sozialisten nicht vorenthalten, auch wenn wir auskömmlich und wohlversorgt im Kapitalismus leben, die seit Jahrzehnten anhaltenden internen Probleme Kubas anzusprechen. Es hilft uns ebensowenig wie Kuba, wenn wir den revolutionären Kampfgeist beschwören und hierbei die alltägliche kubanische Wirklichkeit für die Mehrheit der werktätigen Bevölkerung Kubas unterschlagen. (…) Mit einer falschen und idealistischen Widerspiegelung der Wirklichkeit dient man eben nicht der Überwindung des Imperialismus und auch nicht der Beseitigung des Kapitalismus in den Metropolen des Kapitals.
Reinhold Schramm, Berlin
Kuba II
Zu jW vom 11.2.: »Völlige Abschottung«
Die USA dürfen machen, was sie wollen – gegen einen souveränen Staat, der Mitglied der UNO ist. Nur dass er ein anderes, ein menschliches Ziel für seine Einwohner verfolgt. Staaten, die (angebliche) Aggressoren sind, wie Russland, werden von der internationalen Bühne verbannt. Das sieht man gerade bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina. US-amerikanische Sportler dürfen unter ihrer Flagge auftreten, obwohl die Regierung, die sie repräsentieren, einen furchtbaren Wirtschaftskrieg gegen ein kleines Land am Rand ihrer »Hemisphäre« führt, obwohl die USA am 3. Januar einen rechtmäßigen Präsidenten eines souveränen Landes einfach entführten oder im Juni letzten Jahres weitab von der eigenen »Einflusssphäre« einfach mal nachts um halb drei ahnungslose Menschen mitten in ihrer Heimat bombardierten. Der Beispiele gibt es noch viel mehr. Doch keines der Länder des sogenannten wertegeleiteten Westens protestiert gegen die USA, fordert Sanktionen oder boykottiert einfach gewisse internationale Sportveranstaltungen wie zum Beispiel die Fußball-WM. Doppelmoral, Doppelzüngigkeit oder auch Janusköpfigkeit sind die Werte der Länder des Westens, die solche Regime wie in Washington unterstützen. Kuba gehört unser aller Solidarität, den ca. elf Millionen Einwohnern, die sich seit mehr als 60 Jahren gegen die Angriffslust einer Regierung aus dem Norden erfolgreich erwehren.
Andreas Eichner, Schönefeld
Die CDU wird es schaffen, die letzten demokratischen Nischen auszulöschen. Man könnte auch sagen, die Löcher des AfD-Fundaments zu stopfen.
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Leserbrief von Werner Liebrenz aus Coburg (16. Februar 2026 um 13:01 Uhr)Wer solche Freunde hat: Der moralische Zeigefinger der besserwisserischen, rechthaberischen Linken soll es richten. Fehlt nur noch, dass sie dafür den Dank der Kubaner einfordern. Die aber brauchen jetzt nur eines : schnelle und wirksame Hilfe, uneigennützig und freundschaftlich. Selbst wenn es mal weh tun sollte . Wir sind doch »wohlversorgt«. Meine erste Soliaktion war es, Schulmaterial für die kubanischen Kinder zu spenden, gekauft vom Altstoffgeld. Also weniger Eis oder Limo für mich, aber stolz auf meine »gute Tat«. Dieser Solidaritätsgedanke hat sich eingeprägt, ist von der DDR geblieben. Auch wenn ich heute nur Armutsrentner bin, kann ich auf meinen kleinen Beitrag nicht verzichten, ob für Kuba, Palästina oder die RLK. Gegen die geballte Macht der alle so auskömmlich wohlversorgenden Kapitalisten hilft letztlich nur die Solidarität der Betroffenen.
