Initiative kündigt weitere bundesweite Schulstreiks gegen Wehrpflicht für 5. März an
Die Initiative »Schulstreik gegen Wehrpflicht« kündigt neue bundesweite Schulstreiks für den 5. März an:
Für den 5. März 2026 ruft die bundesweite Initiative »Schulstreik gegen Wehrpflicht« zu einer zweiten Schulstreikwelle gegen die Wehrpflicht auf. Die Schulstreiks richten sich gegen die von der Bundesregierung betriebenen Maßnahmen zur Vorbereitung einer flächendeckenden Wehrpflicht, aber auch gegen jeden weiteren Ausweitungs- und Umsetzungsschritt des bereits beschlossenen »Wehrdienstgesetzes«. (…) Ab Mitte Januar flattern nun die Musterungsfragebögen der Bundeswehr bei den 18jährigen ein. (…)
»Mit dem Wehrpflicht-Gesetz stellen sich Regierung, Bundestag, Bundeswehr und Rüstungslobby ganz offen gegen die Jugendlichen, die sich von Cottbus bis Köln, von Kiel bis München trotz Drohungen und Schikane gegen die Wehrpflicht gestellt haben«, so Hannes Kramer vom Schulstreikkomitee Göttingen. (…) Über 90 Streikkomitees vernetzen sich, organisieren Mitschüler:innen und rufen für den 5. März 2026 zu einem nächsten Streik auf. Als Teil der Mobilisierung sollen Proteste gegen Bundeswehrwerbung an Schulen verstärkt werden. Die Proteste finden Unterstützung von Schüler:innenvertretungen wie der LSV NRW, Gewerkschaften, Lehrer:innen sowie Eltern. (…)
Für die Initiative »Schulstreik gegen Wehrpflicht« erklärt Phil Werring vom Schulstreikkomitee Münster: »Seit Jahren müssen wir Jugendliche alles aushalten und jetzt sollen wir in die Kaserne, bald in den Krieg gezwungen werden. Das lassen wir nicht mit uns machen. Wir streiken für Frieden, für unsere Zukunft. Wir rufen alle Menschen – ob jung oder alt – auf, sich den Protesten anzuschließen und uns Schüler:innen bei unseren Aktionen zu unterstützen!«
Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Teil der Evangelischen Friedensarbeit, ruft vor der Münchner Sicherheitskonferenz dazu auf, die nukleare Eskalation zu stoppen und neue Initiativen zur Rüstungskontrolle und Abrüstung zu starten:
(…) Am 5. Februar 2026 sind die letzten Beschränkungen gefallen: Zum ersten Mal seit 1972 besteht zwischen den dominierenden Atommächten USA und Russland kein Vertrag zur Rüstungsbegrenzung und -kontrolle mehr. »Stattdessen droht ein neuer Wettlauf um noch tödlichere Nuklearwaffen und um Trägersysteme, die noch schwerer abzufangen sind, im All oder unter Wasser stationiert sind. Auch die sieben kleineren Atommächte, allen voran China, modernisieren ihre nuklearen Waffenarsenale«, mahnt Jochen Cornelius-Bundschuh, der AGDF-Vorsitzende. (…)
Die AGDF fordere daher die politisch Verantwortlichen auf, dies auf der Münchner Sicherheitskonferenz deutlich zu formulieren: »Wir brauchen sofort eine strategische Pause, in der die Atommächte auf den Ausbau und die Modernisierung ihrer Arsenale verzichten und in Verhandlungen einsteigen. Die Zahl der Atommächte darf nicht steigen. Verlässliche und überprüfbare Begrenzung und Kontrolle der nuklearen Rüstung ist gefragt«, betont Jochen Cornelius-Bundschuh. Deutschland müsse endlich den Atomwaffenverbotsvertrag unterschreiben, damit er weiter an Dynamik gewinne und der »Druck von unten« auf die Atommächte wachse. »Gerade bei Atomwaffen gilt: Sicherheit gibt es nur gemeinsam!«, so der AGDF-Vorsitzende.
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