Amazon macht Supermärkte ohne Kassen wieder dicht
Seattle. Der Amazon-Konzern schließt seine Mini-Supermärkte ohne Kassen. Die ersten Geschäfte unter der Marke Amazon Go, in denen Kunden Produkte aus dem Regal greifen und den Markt verlassen können, öffneten in den USA 2018. Gewichtssensoren in den Regalen und Kameras an der Decke sollen sicherstellen, dass die Einkäufe zugeordnet und abgebucht werden. Die Technologie werde inzwischen von anderen Händlern an mehr als 360 Standorten in fünf Ländern eingesetzt, erklärt Amazon. Für die zuletzt noch 14 Amazon-Go-Läden in Nordamerika ist nun aber Schluss. Branchenkenner hatten bereits in den vergangenen Jahren darauf verwiesen, dass die Technik für den kassenlosen Einkauf kostspielig sei. Das mache es schwierig, sie auf größere Ladenflächen auszuweiten.
Seine wie gewöhnliche Supermärkte funktionierenden Geschäfte unter der Marke Amazon Fresh macht der Konzern ebenfalls dicht. Davon gab es zuletzt mehr als 50. Man habe es nicht geschafft, ein Geschäftsmodell für einen weitreichenden Ausbau des Ladennetzes zu finden. Ein Teil der aufgegebenen Standorte von Amazon Fresh und Amazon Go soll zu Supermärkten der Kette Whole Foods umfunktioniert werden, die der Konzern 2017 gekauft hatte. Amazon äußerte sich zunächst nicht dazu, ob die Technik zum kassenlosen Einkauf dort weiterhin eingesetzt werden könnte. In den vergangenen Jahren probierte Amazon vor allem in den USA verschiedene Wege aus, um aus dem Online-Handel ins stationäre Geschäft vorzustoßen - und gab viele davon wieder auf. Dazu gehörten unter anderem Buchläden und Geschäfte für Elektronik und Mode.
Ebenfalls eingestellt wird das Amazon-System zum Bezahlen per Hand-Scan, welches der Konzern unter anderem in seinen Whole-Foods-Supermärkten eingeführt hatte. Es werde bis Anfang Juni ausgemustert und die biometrischen Daten gelöscht, teilte der Konzern mit. (dpa/jW)
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