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23.01.2026, 17:45:00 / Kapital & Arbeit

Bericht: Trump-Vertrauter übernimmt deutsche Tanklager

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Berlin. Ein Kapitalist, der US-Präsident Donald Trump nahe steht, kontrolliert einem Medienbericht zufolge nun einen Teil der deutschen Energieinfrastruktur. Dabei geht es um Tanklager und Pipelines. Hintergrund ist die Übernahme der Firma TanQuid durch das US-Unternehmen Sunoco LP – eine Tochterfirma des US-Konzerns Energy Transfer. Deren Chef ist der US-Milliardär Kelcy Warren, laut Spiegel ein Geldgeber der nationalistischen »Make America Great Again«-Bewegung und enger Vertrauter Trumps.

Das Bundeswirtschaftsministerium gab den Erwerb der Firma TanQuid durch Sunoco unter Auflagen frei. Auf der Webseite von TanQuid heißt es, am 16. Januar 2026 habe Sunoco LP die Übernahme von TanQuid erfolgreich abgeschlossen. Nach Angaben von Sunoco ist TanQuid der größte unabhängige Terminalbetreiber Deutschlands mit 15 Terminals in Deutschland und einem Terminal in Polen. Durch die Akquisition erweitere Sunoco seine Präsenz in Europa.

Das Bundeswirtschaftsministerium prüfte zur TanQuid-Übernahme, ob der Erwerb voraussichtlich die öffentliche Ordnung oder Sicherheit Deutschlands oder eines anderen EU-Mitgliedstaates beeinträchtigt. Im Ergebnis gab das Ministerium den Erwerb frei – unter »strengen Auflagen«, wie eine Sprecherin sagte. Es gehe zum Beispiel um die durchgängige Versorgung mit Tanklagerkapazitäten.

Die Geschäftstätigkeit von TanQuid bestehe im Betrieb von Tanklagern in Deutschland und Polen und hauptsächlich der Belieferung der Mineralindustrie, sagte die Sprecherin. Mit Sunoco werde der Konzern durch ein führendes, erfahrenes, international agierendes Unternehmen im Bereich Infrastruktur und Kraftstoffvertrieb übernommen.

Laut Spiegel kontrolliert Sunoco damit rund ein Fünftel der deutschen Tanklagerkapazitäten und mehr als tausend Kilometer strategisch bedeutsamer Pipelines. Dazu gehörten auch 49 Prozent einer Fernleitungs-Betriebsgesellschaft, die TanQuid bisher managte. Diese liefere das Kerosin für deutsche Militärflugplätze, darunter Büchel, wo US-amerikanische Atomwaffen lagern sowie der Fliegerhorst Neuburg, von dem »Eurofighter«-Jagdflugzeuge aufsteigen, wenn unbekannte Flugobjekte in den deutschen Luftraum eindringen. (dpa/jW)

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