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Niger: Vorwürfe gegen Exkolonialmacht

Ouagadougou. Die »Allianz der Sahelstaaten« (AES) hat am Sonnabend offiziell auf den Angriff am Donnerstag in Niger reagiert, wie die Infoseite Malijet berichtete. In einer in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou veröffentlichten Erklärung verurteilt das Bündnis aus Burkina Faso, Mali und Niger den »barbarischen Angriff« auf den Luftwaffenstützpunkt 101 und den internationalen Flughafen »Diori Hamani« in Niamey aufs schärfste. Nach Ansicht der AES zielte die Operation auf lebenswichtige Infrastruktur ab und sollte das westafrikanische Land destabilisieren. In der Erklärung wird ausdrücklich eine ausländische staatliche Unterstützung behauptet. Allerdings wird nicht gesagt, welche Akteure genau hinter dem Überfall stehen sollen.

Am Freitag hatte der nigrische Präsident Abdourrahmane Tchiani laut dem Internetmagazin Afrik.com bei einem Besuch der Luftwaffenbasis seinen Amtskollegen in Frankreich, Benin und Côte d’Ivoire, Emmanuel Macron, Patrice Talon und Alassane Ouattara, vorgeworfen, die »Sponsoren« der an dem Angriff beteiligten Söldner zu sein. Motiv wäre, dass die AES einen dezidiert antikolonialen Kurs eingeschlagen und den französischen Einfluss zurückgedrängt hat. Abidjan ist aber einer der engsten Verbündeten der früheren Kolonialmacht in Afrika. »Wir haben ihnen lange genug beim Bellen zugehört. Jetzt sollen sie sich darauf vorbereiten, uns brüllen zu hören«, kündigte Tchiani an. Nach einem gescheiterten Putschversuch in Burkina Faso Anfang Januar hatte die dortige Regierung ebenfalls Côte d’Ivoire als Financier genannt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.02.2026, Seite 6, Ausland

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