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Aus: Ausgabe vom 02.02.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Erklärung der Regierung Kubas gegen das vollständige Ölembargo durch die USA

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Warteschlange vor einer Tankstelle in Havanna (27.1.2026)

Die Regierung Kubas veröffentlichte am Freitag eine Erklärung gegen die erneute Verschärfung der US-Blockade durch ein vollständiges Ölembargo:

Die revolutionäre Regierung verurteilt aufs schärfste die erneute Eskalation der Maßnahmen der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Kuba, die darauf abzielen, die Lieferungen von Treibstoff an unser Land vollständig zu blockieren.

Die am 29. Januar 2026 verkündete Anordnung des US-Präsidenten erklärt einen angeblichen nationalen Notstand, aufgrund dessen seine Regierung Handelszölle auf Importe von Produkten aus Ländern erheben kann, die Kuba mit Erdöl beliefern.

Um eine solch extreme Maßnahme zu rechtfertigen, wird im Text der genannten Anordnung eine lange Liste von Lügen und diffamierenden Anschuldigungen gegen Kuba angeführt. Hervorzuheben ist dabei die absurde Behauptung, dass Kuba eine »ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung« für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten darstelle. (…)

Mit dieser Entscheidung versucht die Regierung der Vereinigten Staaten durch Erpressung, Drohungen und direkte Zwangsausübung auf Drittländer, zusätzliche Druckmittel zu den wirtschaftlichen Strangulierungsmaßnahmen einzusetzen, die seit Trumps erster Amtszeit angewendet werden, um die Einfuhr von Kraftstoffen in unser Land zu verhindern. (…) Gemäß der Ankündigung, maßt sich dieses Land das Recht an, souveränen Staaten vorzuschreiben, mit welchen Nationen sie Handel treiben und in welche sie ihre nationalen Produkte exportieren dürfen.

Die Anordnung des Präsidenten der Vereinigten Staaten stellt somit einen flagranten Verstoß gegen das Völkerrecht dar und verletzt darüber hinaus die Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Friedenszone. (…)

Wie jeder weiß, einschließlich der US-Regierung selbst, stellt Kuba keinerlei Bedrohung für die Vereinigten Staaten, ihre nationalen Interessen oder das Wohlergehen ihrer Bürger dar, die zudem stets mit Respekt und Gastfreundschaft behandelt wurden, wenn ihre Regierung ihnen gestattet hat, die Insel zu besuchen. Kuba bedroht oder greift kein anderes Land an. Es ist nicht Gegenstand von Sanktionen seitens der internationalen Gemeinschaft. Es ist ein friedliches, solidarisches und ­kooperatives Land, das bereit ist, ­anderen Staaten zu helfen und mit ­ihnen zusammenzuarbeiten.

Es ist auch das Land eines kämpferischen und widerstandsfähigen ­Volkes. Der Imperialismus irrt sich, wenn er glaubt, dass er mit wirtschaftlichem Druck und dem Bestreben, Millionen von Menschen Leid zuzufügen, seine Entschlossenheit brechen kann, seine nationale Souveränität zu verteidigen und zu verhindern, dass Kuba erneut unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten fällt.

Die internationale Gemeinschaft steht vor der unausweichlichen Herausforderung, zu entscheiden, ob ein Verbrechen dieser Art ein Vorbote dessen ist, was noch kommen wird, oder ob Vernunft, Solidarität und die Ablehnung von Aggression, von Straflosigkeit und von Missbrauch obsiegen werden.

Wir werden diesem neuen Angriff mit Entschlossenheit, Gelassenheit und der Gewissheit begegnen, dass das Recht ganz auf unserer Seite ist. Die Entscheidung ist gefallen: Vaterland oder Tod, wir werden siegen!

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