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Aus: Ausgabe vom 28.01.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

VVN-BdA: Wir danken der Roten Armee, die dem Morden in Auschwitz ein Ende bereitete

Holocaust-Mahnmal.jpg
Holocaustmahnmal in Berlin

Zum »Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus« am 27. Januar erklärt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA):

Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, das zum Symbol des Holocaust und der Mordmaschinerie des deutschen Faschismus wurde.

Allein in Auschwitz wurden 1,5 Millionen Menschen ermordet, darunter mindestens 1,1 Millionen europäische Jüdinnen und Juden. Zu den Ermordeten gehörten auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner*innen, als »asozial« Diffamierte und Homosexuelle. Millionen weitere wurden in anderen Vernichtungslagern und Ghettos, durch Erschießungskommandos, Aushungern und Todesmärsche ermordet.

Die beispiellose industrielle Vernichtung von Millionen Menschen ist historisch einzigartig. Auch daran haben Konzerne verdient, so wie die IG Farben mit dem Betrieb des Komplexes Monowitz und der Herstellung des Giftgases Zyklon B. (…)

Wir erneuern unseren Dank an die Rote Armee, die dem Morden in Auschwitz ein Ende bereitete. Erst durch den gemeinsamen Kampf alliierter Soldat*innen, Widerstandskämpfer*innen und Partisan*innen aus vielen Ländern konnte der deutsche Raub- und Vernichtungsfeldzug erst beendet werden.

Das Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus ist für uns stets Mahnung und Auftrag, das historische Wissen der folgenden Generationen zu stärken und Fälschungen entgegenzutreten. Wenn Unrecht und Ausgrenzung zur Normalität werden, gegen Geflüchtete gehetzt wird, Menschen ihrer Rechte und ihrer Würde beraubt und die Verbrechen der Nazis relativiert oder gar verherrlicht werden, müssen sich alle demokratischen Kräfte diesen Tendenzen widersetzen. Denn: Es fing nicht mit den Gaskammern an, sondern mit Ausgrenzung und politischer Repression, mit Berufsverboten, medialer Hetze und rassistischen Gesetzen. Was geschehen ist, konnte nur geschehen, weil ein großer Teil der Deutschen sich direkt oder indirekt am Morden beteiligte und noch viel mehr wegsahen und Naziterror, Vernichtungskrieg und Völkermord hinnahmen. Nie wieder! darf nicht Phrase bleiben, sondern muss die gesellschaftlichen Debatten und das Handeln leiten. (…)

Die Türkische Gemeinde in Deutschland fordert gemeinsames Handeln gegen Antisemitismus und Rassismus:

»Der 27. Januar erinnert mich daran, dass ich als Türke in Deutschland jüdische Menschen und jüdisches Leben besonders schützen muss, so wie Ignatz Bubis es in den 1990ern gegenüber unseren Leuten getan hat«, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. »Das gilt für jede Minderheit. Die Nazis haben vor allem Jüdinnen*Juden deportiert und getötet, aber u. a. auch Sinti* und Roma*, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten sowie als ›asozial‹ stigmatisierte Personen. Als Teil einer Minderheit werde ich nicht müde, zu wiederholen, dass der Kampf um Freiheiten und Rechte der einen Gruppe gleichzeitig der Kampf der anderen Gruppen ist. Rechtsextremisten machen keinen Unterschied, sie hassen Goldstein genauso wie Yılmaz. Wir müssen Antisemitismus und Rassismus gemeinsam bekämpfen.«

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