Aus Leserbriefen an die Redaktion
»Hände weg von Kuba!«
Zu jW vom 19.1.: »Ohne Kommentar«
Gemeinsam sammelten Bremen-Norder Friedensfreunde von Februar 2004 bis 30. Juni 2005 auf Initiative von Sahra Wagenknecht jeden Donnerstag Spenden für Venezuela. Es ging um den Aufbau einer kostenlosen Gesundheitsversorgung in den Armenvierteln im Rahmen des »Barrio Adentro«-Programms (…). 2.076 Euro wurden auf der Straße gesammelt. Wir trugen dazu bei, dass Menschen endlich kostenlos von Ärzten bzw. Zahnärzten behandelt werden konnten, eine medizinische Grundversorgung auch mit Medikamenten gewährleistet war.
Der Pulitzerpreisträger Chris Hedges schrieb folgende Sätze auf seinem Substack-Account am 3. Januar: »Wenn es eine Lektion gibt, die wir in Afghanistan, im Irak, in Syrien und in Libyen gelernt haben sollten, dann ist es die, dass Regimewechsel ›Frankenstein-Monster‹ hervorbringen, die wir selbst geschaffen haben. Das venezolanische Militär und die Sicherheitskräfte werden die Entführung ihres Präsidenten und die Vorherrschaft der USA – wie im Irak, um sich riesige Ölreserven anzueignen – ebenso wenig akzeptieren wie die irakischen Sicherheitskräfte und das Militär oder die Taliban. Das wird für niemanden gut ausgehen, auch nicht für die USA.«
Trump wird weitere Ziele seiner Interventionspolitik im Auge haben: Teile Grönlands und Kuba. Der US-Universalgelehrte Noam Chomsky analysiert in seinem Buch »Menschenrechte und Schurkenstaaten«: »Schon Präsident Kennedy erklärte, dass die USA auf dem Schutthaufen der Geschichte landen würden, wenn es nicht gelänge, die Kontrolle über Kuba zurückzugewinnen.«
Trumps, Vances und Rubios fanatischer Antikommunismus kann deren tagtägliche Empörung kaum verbergen, dass Kuba trotz der bedrückenden Lage im Land mehr Ärzte in viele notleidende Länder der Erde schickt als jeder andere Staat der Welt und ein Gesundheitssystem, eine hohe Allgemeinbildung aufrechterhält, die die USA beschämen müssen. Hände weg von Kuba!
Gerd-Rolf Rosenberger, Bremen
Die Interessanten
Zu jW vom 20.1.: »Fan von irgendwas«
Aahhh, die Sterne, das tut gut, das tröstet. Zuletzt hab’ ich sie im »Conne Island« in Leipzig gesehen. Grandios. So möcht’ ich auch alt werden. Gut, ich leb’ nicht in Hamburg, sondern in sächsischer Prärie, aber nu. Tellerwäscher eben. Darum brauch’ ich Trost. Andere müssen in Berlin oder München leben. Auch hart. Und natürlich auch langweilig. Ich warte täglich auf den Knall, aber der Germane der Gegenwart hat Angst und Phlegma dermaßen kultiviert, dass die Sache ruhig und mit sauberem Schlüppi zu Ende gebracht wird. Selbst das linke Pack hat längst rechte Ränder integriert und das Schlimmste – in Führungspositionen gebracht. In Berlin hat Genosse Jan jetzt tatsächlich festgestellt, dass zur Kenntnis genommen werden muss, dass auf der anderen Seite des Atlantiks keine Freunde mehr agieren. Wegen dem bösen Donald? Tja, und in Thüringen haust Ballerbodo zwischen Wölfen und Nabu-Fachkräften. Und darf nicht schießen. Und das habe ich schon immer so an den Sternen geschätzt. Die haben das immer regelrecht unpolitisch auf den Punkt gebracht. Funk aus Germanien, das muss man erst mal schaffen! (…)
B. Krumm, per E-Mail
Autofrei und Spaß dabei
Zu jW vom 20.1.: »Milliardenspritze für Autokonzerne«
Wollten Union und SPD tatsächlich »etwas für die Umwelt tun«, würden sie eine Prämie ausloben für Menschen, die überhaupt kein Auto kaufen. Auf diese Idee kommen weder der »Autopapst« Dudenhöffer noch Hilgenberg vom BUND. Letzterem liegt ebenfalls der Autoabsatz am Herzen: »Aber bitteschön Kleinwagen, nicht Mercedes-SUV.«
Franz Schoierer, per E-Mail
Ohne Sachverstand
Zu jW vom 20.1.: »Milliardenspritze für Autokonzerne«
Dem E-Auto und uns allen wäre besser gedient gewesen, wenn die Bundesregierung einen einheitlichen und vernünftigen Marktpreis fürs Laden durchgesetzt hätte. Oder darauf gedrungen, dass endlich die kleinen und billigen Varianten auf den Markt kommen, wie sie anderswo schon längst fahren. Aber wieder: Sachverstand Fehlanzeige.
Joachim Seider, Berlin
Trend: Einheitspartei
Zu jW vom 19.1.: »Die Fassade austauschen«
»Nun nähern sich die großen Parteien vor allem außenpolitisch – darüber vermittelt aber auch innenpolitisch – inhaltlich in der Tat immer weiter an.« Diesen Befund machte schon Johannes Agnoli Ende der 1960er Jahre in seiner Schrift »Transformation der Demokratie«, die er gemeinsam mit Peter Brückner herausgab. Dort bezeichnete er SPD, FDP und CDU/CSU als kapitalistische Einheitspartei. In einer Neuauflage Ende der 1980er Jahre beschrieb Agnoli, wie auch die Grünen Teil dieser neuen Einheitspartei wurden. Weitere Parteien können folgen. Wer mehr über die bürgerliche Demokratie erfahren will, sollte zu Agnolis Schriften greifen und Benedikt Kaisers Bücher rechts liegenlassen.
Peter Nowak, Berlin
»Friedenstüchtig«
Auf Beschluss der Volkskammer der DDR wurde am 18. Januar 1956 die Nationale Volksarmee der DDR geschaffen. Es gibt viele Gründe, gerade heutzutage daran zu erinnern. Die NVA war eine deutsche Armee, die nie Krieg geführt hat, nie mit Militärgewalt ins Ausland geführt wurde, weder nach Afghanistan, nach Mali noch anderswohin. Die NVA war immer »friedenstüchtig«. Mit Stolz können ehemalige Berufssoldaten der NVA auf die Rolle und die Leistungen ihrer Armee und ihres Dienstes für den Frieden zurückblicken. (…)
Manfred Oertel, per E-Mail
Ich warte täglich auf den Knall, aber der Germane der Gegenwart hat Angst und Phlegma dermaßen kultiviert, dass die Sache ruhig und mit sauberem Schlüppi zu Ende gebracht wird.
Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug
Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.
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