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Aus: Ausgabe vom 13.01.2026, Seite 6 / Ausland
Kolumne von Mumia Abu-Jamal

Der Drogenterror der CIA

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Wenn ihr von der Verhaftung des »Drogenterroristen« in Venezuela gehört habt, dann möchte ich euch an einen Namen erinnern, den ihr auch leicht im Internet recherchieren könnt. Es geht um Gary Webb (1955–2004), der früher für die Tageszeitung The Mercury News gearbeitet hat. Zwar ist es nur ein kleines und unbedeutendes Blatt, das immer noch im kalifornischen San José in der Bucht von San Francisco erscheint, doch Webb war dort als Investigativjournalist tätig. Er brachte die Geschichte über den US-Auslandsgeheimdienst CIA an die Öffentlichkeit, der mit Drogen in der schwarzen und anderen Gemeinschaften in Kalifornien und im ganzen Land handelte. Die CIA-Agenten importierten illegal Drogen und verwendeten das Geld, um die Contras in Südamerika zu unterstützen, die einen Krieg gegen Nicaragua von den Nachbarstaaten aus führten.

Vergegenwärtigt euch all die Leben, die durch diese Drogen zerstört wurden, damit die CIA einen Drogenkrieg gegen Amerikaner in Amerika führen konnte. Fragt euch dann, wer die wahren Drogenterroristen sind und was mit ihnen passiert ist. Wurden sie auch von Beamten der US-Drogenpolizei DEA wie Schwerverbrecher in Handfesseln und mit Augenbinden in ein US-Bundesgefängnis abgeführt? Nein, keinesfalls, und das wird auch niemals passieren.

Wenn euch die Regierung etwas erzählt und ihr nicht glaubt, dass es stimmt, dann überprüft es. In neun von zehn Fällen werdet ihr feststellen, dass ihr den Geschichten zu Recht nicht vertraut habt. Die Geschichte vom angeblichen Drogenterrorismus des venezolanischen Präsidenten und seiner Frau ist nur ein politischer Vorwand, um verängstigten und besorgten Menschen einen Krieg gegen dieses Land zu verkaufen. Denn ihr wisst alle tief in euren Herzen und in eurem Verstand, dass es bei dem Angriff auf Venezuela darum ging, nach den reichen Ölfeldern zu greifen, denn unter dem Boden Venezuelas befinden sich die größten Erdölreserven der Erde.

Übersetzung: Jürgen Heiser

In seiner Kolumne »Freibrief per Gesetz« vom 28. Juli 2007 schrieb Mumia Abu-Jamal über »die Verbrechen der CIA und deren juristische Folgenlosigkeit« und zitierte aus dem »Nachlass des US-Journalisten und Pulitzer-Preisträgers Gary Webb«, der sich mit zwei Schüssen selbst getötet haben soll. Abu-Jamal fragte, welchen Lohn Webb für seine Recherchen über die Beteiligung der CIA am Drogenhandel in den USA und die daraus entwickelte aufrüttelnde Reportage bekommen habe, und antwortete entsprechend: »Eine 2004 professionell durchgeführte Hinrichtung, getarnt als Selbstmord.« Zuvor hätten »die Schutzpatrone der CIA in den großen Medien« Webb für seine Enthüllungen öffentlich attackiert. Die Mercury News, die mit Webbs Artikelserie »Dark Alliance« über die CIA, Drogen und die Contras auch international Furore gemacht hatten, ließen ihn fallen.

In »Dark Alliance« hatte der Autor mit Dokumenten und Zeugenaussagen belegt, dass die Contras in den 1980er Jahren mit Unterstützung der CIA große Mengen von harten Drogen in die USA geschmuggelt hatten, um den Guerillakrieg gegen die revolutionäre Regierung der Sandinistas zu finanzieren. Laut Webb soll die von ihm aufgedeckte »Contra Connection« für rund die Hälfte des in dieser Zeit in die USA geschmuggelten Kokains verantwortlich gewesen sein. Die Missetaten der CIA müssten indes weiter beim Namen genannt werden, so Abu-Jamal 2007: »Der Geheimdienst hat nicht nur mit Drogen gehandelt, sondern auch gewählte Regierungen beseitigt, Gewerkschaften unterwandert, Demokratien zerstört, Morde und Attentate begangen.« (jh)

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