Alle abhauen!
Von André Dahlmeyer
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Nach dem Betriebsausflug des karnevalesk maskierten Fußvolks des Großen Diktators aus dem Hohen Norden auf dessen »Von-Tijuana-bis-Ushuaia-Tour« werden wir 2026 sicher noch eine Menge unfreiwilligen Spaß haben. Kolumbien, Mexiko, Kuba und Grönland sind die nächsten Ziele. Ecuador und Panamá kann der Lümmel anscheinend phonetisch nicht aussprechen (oder die Geschäfte dort sind zu gut). Immerhin hat er indirekt grünes Licht gegeben für die Entführung von Selenskij und für China wegen Taiwan.
Highlight des Jahres war sicher der Tanz beim 4:1 von Weltmeister Argentinien gegen Brasilien (ohne Messi) in der WM-Quali Ende März, vor allem wegen der vorher so großen Klappe von Barças Raphina. Die Silberländer malten den Brasucas die Gesichter an. Es schaute so gut aus. Dann kamen zwei Weltmeister nach Argentinien zurück: Ángel Di María wechselte mit 37 Jahren zu dem Klub, der ihn ausgebildet hatte, Rosenkranz Central. Er schlug ein wie eine Bombe, vor allem bei den Gegnern. Direkt verwandelte Ecke gegen Boca Juniors und ein Freistoßhammertor gegen den Erzrivalen Newell’s Old Boyz. Bilderbuch. Leandro Paredes kehrte im besten Balltretalter mit 31 von der Roma zu Boca Juniors zurück und wurde sofort zum Scheff. Er führte die Xeneizes nach zwei Jahren wieder auf die ganz große internationale Bühne. Vergessen waren zwölf sieglose Spiele hintereinander in der Primera División.
River Plate verlor alle Kaoh-Matches der Saison und blieb bei der Klub-WM rasch auf der Strecke, obwohl das Team von Marcelo »Püppchen« Gallardo Kicker für die Rekordsumme von 60 Millionen Euro verpflichtet hatte. Kein einziger dieser Spieler war auf der Höhe. Zehn der letzten 13 Spiele wurden verloren, River qualifizierte sich noch unverdient für die Copa Sudamericana, die Fanatiker aber sangen: »Sie sollen alle abhauen, alle!«
Erwähnenswert sind noch der erste Meistertitel für den »Calamar« (Tintenfisch) Platense (Torneo Apertura) und der sensationelle Pokalsieg für Independiente Rivadavia aus Mendoza. Das Torneo Clausura gewann Estudiantes La Plata, ebenso wie das Finale Apertura-Clausura gegen Platense.
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