Fast perfekt
Von Thomas Behlert
Besonders die deutschen Bobsportfreunde waren gespannt wie der sprichwörtliche Flitzebogen auf das Rennen im nordrhein-westfälischen Winterberg. Doch bevor am vorigen Wochenende der erste Weltcup im neuen Jahr anstand, ging es Mitte Dezember ins lettische Sigulda (20./21.12.2025). Die dortige Bahn von 1.200 Metern darf man sich aus technischen Gründen nur mit Zweierbobs hinunterstürzen. Die 16 Kurven projektierte 1986 Udo Gurgel aus Leipzig, dessen Firma auch für die noch schnell in den Berg gesetzte Bahn im italienischen Cortina verantwortlich ist. Der Eiskanal in Sigulda wird als zu eng für Viererbobs eingeschätzt, obwohl die 16 Kurven recht ausladend sind und der 200 Meter lange Bremsweg für die Höchstgeschwindigkeit ausreichend ist.
Am 20. Dezember lief alles wie in den vergangenen Jahren, denn Francesco Friedrich gewann vor Johannes Lochner und Adam Ammour (alle BRD). Einen Tag später tauschten erster und zweiter: Lochner lag vor Friedrich und Ammour. Bei den Frauen war besonders der Monobobwettkampf interessant. Diesen konnte endlich Breeana Walker aus Australien für sich entscheiden, sie lag vor Laura Nolte aus der BRD und Katrin Beierl aus Österreich. Im Zweierbob der Frauen siegte Kaillie Humphries (USA) vor den Bobs von Lisa Buckwitz und Laura Nolte (beide BRD).
Nun ging es nach Winterberg auf die viertälteste Kunsteisbahn der Welt. Dort rückte am Sonntag Claudia Nolte die Verhältnisse im Zweierbob wieder gerade: Sie gewann auf ihrer Heimbahn gemeinsam mit Deborah Levi vor den Teams Buckwitz und Kim Kalicki (ebenfalls BRD).
Winterberg hat eine der schönsten Bahnen der Welt, mit eleganten Kurven, auf denen die Bobs und Rennschlitten förmlich ins Ziel schweben. Summen Sie jetzt nicht »Völlig losgelöst …«, aber es ist schon sehr hübsch anzuschauen. Die 1.609 Meter lange Rinne besitzt 15 Kurven, die kaum Stürze zulassen. Zwischen den schwierigsten Kurven zwölf und 13 können gute Bobfahrer eine Geschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Frauen müssen mit ihren Monobobs allerdings Schläge gegen die Bande vermeiden – das drosselt die Geschwindigkeit und bringt das Gefährt schnell aus der Spur. Auch in Winterberg erlaubte sich Nolte im Einsitzer keinen Fehler und schoss auf den ersten Platz. Ihr folgten die Kanadierin Cynthia Appiah und Lisa-Marie Buckwitz aus Berlin. Humphries belegte den fünften Platz. Kalicki, die mit dem Monobob nicht zurechtkam, landete nur auf dem elften Platz.
Beim Zweierbobwettbewerb der Männer las man am Sonnabend wie gewohnt die Namen Johannes Lochner (mit Georg Fleischhauer), Adam Ammour (mit Alexander Schaller) und Francesco Friedrich (mit Alexander Schüller) ganz oben auf der Anzeigentafel, diesmal eben in dieser Sortierung. Trotz einer längeren Wartezeit, in der die Bahn vom Schnee befreit werden musste, und schlechterer Startzeit, steuerte Lochner mit den Lenkseilen fast perfekt durch die Kurven. Auch ein kleiner Stoß in der zwölften Kurve brachte ihn nicht aus der Ruhe.
Beim Viererbobweltcup am Sonntag freute sich Bundestrainer René Spies über einen deutschen Dreifacherfolg. Friedrich zeigte dabei endlich wieder seine ganze fahrerische Kunst. Der Pilot vom BSC Sachsen Oberbärenburg fuhr einen Vorsprung von 0,02 Sekunden heraus und ließ Lochner und Co. hinter sich, die im ersten Lauf den Start verkorksten. Ammour und sein Team schoben sich im zweiten Lauf, den sie verdammt schnell und fehlerfrei absolvierten, am Briten Brad Hall vorbei. Der liebgewonnene dritte Platz war der Lohn.
Die nächsten Weltcups finden auf der Natureisbahn von St. Moritz in der Schweiz (10./11.1.) und auf der gefährlichen Bahn von Altenberg in Sachsen (17./18.1.) statt, wo Friedrich von seinem Heimvorteil profitieren könnte.
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