Anno … 2. Woche
1776, 10. Januar: Der Aufklärer Thomas Paine veröffentlicht in Nordamerika die Schrift »Common Sense«, worin er für die Unabhängigkeit der Kolonien vom britischen Mutterland und die Errichtung einer Demokratie plädiert. Das Pamphlet wird zur meistgelesenen amerikanischen Schrift der Zeit: Über eine halbe Million Exemplare wird in den Kolonien, die weniger als drei Millionen Einwohner zählen, verbreitet. »Common Sense« beeinflusst die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 entscheidend.
1806, 8. Januar: Großbritannien erobert im Zuge der Kämpfe gegen das napoleonische Frankreich die Kapkolonie. Im Jahr 1652 hatte die Niederländische Vereinigte Ostindien-Kompanie Kapstadt gegründet und in dem Gebiet des heutigen Südafrikas eine Kolonie aufgebaut. Diese wurde von Großbritannien bereits 1795 erobert, 1803 aber kurzzeitig an die Niederlande bzw. die nach der Kriegsniederlage gegen Frankreich neu gegründete Batavische Republik zurückgegeben. Nach 1806 wird die Kapkolonie einer der wichtigsten Stützpunkte des britischen Kolonialreichs.
1926, 10. Januar: Abdulasis bin Abdul Rahman bin Faisal Al Saud ruft sich in der Moschee von Mekka zum König von Hedschas und Nadschd aus. Er entstammt der seit dem 18. Jahrhundert existierenden Saudi-Dynastie. Seine im Emirat Nadschd auf der arabischen Halbinsel herrschende Familie wurde 1891 durch die Raschiden vertrieben. Seit Ibn Sauds Rückkehr 1902 arbeitete er am Aufbau eines neuen Staates. Im September 1932 ruft Ibn Saud die absolute Monarchie Saudi-Arabien aus.
1966, 4.–10. Januar: Indien und Pakistan verhandeln in Taschkent über die Beilegung ihres Konflikts um die Region Kaschmir. Nach Scharmützeln von April bis Juli 1965 steigern sich die militärischen Kämpfe zu einem Krieg, der im September endet. In der Erklärung verpflichten sich beide Seiten zur Zurücknahme ihrer Truppen auf die Stellungen, die sie vor dem Konflikt innehatten. Außerdem soll keine der Parteien sich in die innen- und außenpolitischen sowie ökonomischen Angelegenheiten der anderen einmischen.
1991, 4.–6. Januar: Die Bundesrepublik beteiligt sich am Aufmarsch des von den USA vorbereiteten Kriegs gegen den Irak. 18 Bundeswehr-Alpha-Jets werden mit 212 Soldaten zum Schutz der Südflanke des Kriegspaktes in die Türkei verlegt. Eine stärkere Beteiligung ist innenpolitisch nicht vertretbar, zumal auch der Zwei-plus-vier-Vertrag mit der UdSSR noch nicht unterschrieben ist. Am 16. Januar marschieren US-Truppen in den Irak ein.
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