Was sich ändern muss
Von René Lau
Auch wenn des Fananwalts Oma stets meinte, das Leben sei kein Wunschkonzert, seien uns Fußballfans doch ein paar Wünsche ans neue Jahr erlaubt. Empfindlich angesprochen fühlen dürfen sich nicht zuletzt durchgeknallte Innenpolitiker oder Verbandsfunktionäre, die Veränderungen in etwa so fürchten wie der Teufel das Weihwasser.
Ein Jahr wie das gerade vergangene brauchen wir jedenfalls nicht noch einmal. Innenpolitiker, die aktive Fanszenen als das Böse schlechthin betrachten, Polizeibeamte, die von Deeskalation nie gehört haben. FIFA-Protagonisten wie Gianni Infantino, denen Macht und Geld sehr viel wichtiger sind als das Spiel auf dem Rasen, die Fankultur auf den Rängen. Nein, es war kein gutes Jahr für Fußballiebende.
Etwas mehr Besonnenheit und Sachverstand würden Politikern und Polizisten guttun. Schnellschüsse wie die Einschränkungen von Fanrechten sollten 2026 unbedingt vermieden werden. Wir Fans sind es wirklich leid, die Prügelknaben für irrlaufende Politiker zu spielen. Wer über Fankultur und Fanverhalten sprechen will, muss mit den Fans reden – und nicht nur über sie. Menschen wie Infantino muss Einhalt geboten werden, da wir sonst den Fußball bald nicht mehr wiedererkennen werden. Das Spiel selbst, die Kultur, die es trägt, müssen erhalten bleiben.
All das und noch einiges mehr müssen Politiker und Funktionäre dringend begreifen. Andernfalls dürften Tennisbälle und Demonstrationen wie in Leipzig bald ihr geringstes Problem sein.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
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Leserbrief von Joachim Seider aus joachim49seider@gmail.com (2. Januar 2026 um 07:36 Uhr)»Mag drauß’ die Welt ihr Unheil treiben, nur hier soll unsre Heimat bleiben!« Fromme Wünsche werden nicht helfen und das gallische Dorf Fußball nicht die Insel der Freiheit vor der Macht des Geldes sein. Der Hofknicks Infantinos vor Trump zeigte, wie wahr die Hymne des Finanzkapitals spricht: »Wir sind überall auf der Erde!«
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Vorsicht, Soldaten!
vom 02.01.2026