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TVL: Sozialarbeiter streiken mit

Berlin. Beschäftigte der freien Träger haben für diesen Donnerstag einen wilden Streik angekündigt. Dann will der Berliner Senat den geplanten Sparhaushalt verabschieden. Unter dem Motto »Sick out – statt Burnout« schließen sich die Kolleginnen und Kollegen den Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst an, auch wenn sie offiziell nicht dazu aufgerufen sind, wie die Organisatoren Anfang der ­vergangenen Woche erklärten. Die Initiative sei aus der wachsenden Frustration über immer höhere Arbeitsbelastung, ­drohende Projektstreichungen und eine seit Jahren bestehende Lohnlücke entstanden. Die Beschäftigten der freien Träger erhielten 15 bis 20 Prozent weniger als die Kollegen im TV-L, bei gleichen Tätigkeiten und gleicher ­Qualifikation. Eine Sprecherin der Initiative sagte: »Freie Träger stellen mit über 100.000 Beschäftigten in Berlin eine der größten Berufsgruppen der Stadt. Gleichzeitig sind unsere Arbeitsbedingungen prekärer, unsere Einrichtungen von Schließungen bedroht, und einige unserer Kolleginnen und Kollegen wissen jetzt noch nicht, ob es ihre Arbeitsstelle nächstes Jahr noch geben wird oder sie gekürzt werden.« Darauf, dass die Situation schon jetzt lebensgefährlich ist, machte die Stellungnahme einer anderen Sozialarbeiterin deutlich: »Ich arbeite in einer Kriseneinrichtung. Vor kurzem war ich alleine im Dienst mit zehn Kindern. Ein Kind ist schwer gestürzt, und ich stand nun vor der Entscheidung, ob ich dieses vierjährige Kind ins Krankenhaus begleite und neun Kinder alleine lasse oder eben nicht.« (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.12.2025, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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