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Aus: Ausgabe vom 11.12.2025, Seite 16 / Sport
Darts

Hier spielt die Musik

Heute beginnt die Darts-WM
Von René Hamann
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Jetzt noch fetter: Die Darts-WM

Es ist soweit: Alle Jahre wieder strömt eine trinkfeste Masse in den Londoner Alexandra Palace, kurz »Ally Pally«, um nicht eben schlanken Männern und ein paar wenigen Frauen beim Pfeilewerfen auf Dartscheiben zuzusehen. Es wird Weihnachten und damit Darts-WM. Hierzulande sammelt man sich nach alter Väter Sitte vor dem Kaminfeuer, das man auch Fernsehbildschirm nennt, und findet es schade, dass ausgerechnet an den Feiertagen plus Silvester (an Neujahr dann doch) keine Pfeile geworfen werden. Das war mal anders.

Die Darts-WM, längst vom Randphänomen zum Fernsehevent aufgestiegen, wird analog zur kommenden Fußball-WM neue Superlative erschließen. Sie ist länger und größer denn je. 128 Teilnehmende, darunter acht Deutsche, werden bis zum späten Abend des 3. Januar den neuen Weltmeister auswerfen. Mehr Geld gibt es auch: Das Preisgeld wurde auf fünf Millionen Pfund (etwa 5,72 Millionen Euro) verdoppelt, der Weltmeister allein erhält eine Million.

Mit der Wette, dass der neue Weltmeister der alte ist, wird man nicht reich. Wunderkind Luke Littler, dem man seine 18 Lenze nicht unbedingt ansieht, gilt als neuer, nahezu unschlagbarer Magier. Seit November ist der Engländer auch die Nummer eins der Weltrangliste. Phasenweise dominiert er Spiele nach Belieben. In diesem Jahr gewann er fünf große Turniere, stand bei zwei weiteren im Finale. Wer soll ihn entthronen?

Die Deutschen jedenfalls nicht. Zwar sind insbesondere Martin Schindler, aber auch Ricardo Pietreczko und Gabriel Clemens für die ein oder andere Überraschung gut. Doch fürs Finale dürfte es nicht reichen. Max Hopp feiert sein Comeback und von den Neulingen wird Arno Merk besonders im Scheinwerferlicht stehen – er trifft im Eröffnungsspiel auf den Belgier Kim Huybrechts. Zwei der drei Turniere, die Littler heuer nicht gewinnen konnte, hat übrigens Luke Humphries gewonnen, sein Vorgänger als Weltmeister. Wenn Littler schwächelt, sollte er da sein. Doch dafür müsste Littler erst einmal schwächeln. Ebenso im erweiterten Favoritenkreis: der ewige Holländer Michael van Gerwen und der Waliser Gerwyn Price.

Es wird alles sein wie immer: schlimme Einlaufmusik, kostümierte Zuschauer, hoher Lautstärkepegel, zu Scherzen aufgelegte Moderatoren, vom Patriarchat auf die Bühne geschickte Tänzerinnen, ins Mikro­fon gebrüllte Wurfwerte und eine Menge Spannung bis zum letzten Wurf. Wer noch nicht weiß, was ein »Matchdart« ist, sollte dabei sein. Und alle anderen auch.

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