»Oh Man(n)enberg!«
Von Gerd Schumann
»Tonight the riots begin / On backstreets of America / They kill the dream of America« –
Tracy Chapman, 1988
(Heute Abend beginnen die Aufstände / In den Nebenstraßen Amerikas / Killen sie den Traum von Amerika)
Weite, platte, von Macchia-Gestrüpp mit außerordentlicher Pflanzenvielfalt bewachsene Savanne in tausend Metern Höhe über Cape Town. Der Blick vom Tafelberg streift über den Atlantischen Ozean nach Osten. Stürmische See dort, wo einige Dutzend Kilometer entfernt, am Kap der Guten Hoffnung, die Ozeane aufeinandertreffen. Unten, weit vor der Stadt in der Table Bay: Robben Island, heute ein Museum. Die Überfahrt mit dem Fährboot dauert etwa eine Dreiviertelstunde, und von der Insel aus wird Table Mountain zu einem freundlich wirkenden Berg ohne Gipfel, durch den Wasserdunst in seinen unverwechselbaren Umrissen erkennbar, ein Sehnsuchtsort.
Hier, in den Steinbrüchen, haben sie geschuftet. Manches Mal verzweifelten sie, manches Mal fassten sie neue Hoffnung. Ihr gemeinsames Ziel: eines Tages freikommen. Zurückkehren in ein freies Land, den für Schwarze gesperrten Tafelberg besuchen. Hier erlebten die Politgefangenen um Nelson Mandela, damals bereits seit einem Vierteljahrhundert fernab der Welt weggesperrt, wie der Sound der Freiheit klang. Ein Anwalt hatte das Album mit Abdullah Ibrahims bewegendem Song auf die Insel geschmuggelt, irgendwer hatte es aufgelegt und über die Lautsprecheranlage eingespielt. Als Mandela die Aufnahme hörte, soll er gesagt haben »Liberation is near«.
Das Jazzstück hieß »Mannenberg« – wie das gleichnamige Township bei Cape Town, nur mit Doppel-n. Hochwahrscheinlich ist, dass seine Ursprünge zwanzig Kilometer weiter in Richtung Stadtzentrum zu suchen sind: Selbst vier Jahrzehnte später erinnerte sich Denis Goldberg noch genau an die besondere Atmosphäre, an die Fünfziger, Beginn der Karriere des Pianisten und Komponisten, des später weltberühmten Abdullah Ibrahim.
In der Loop Street gab es einen Tanzclub, erzählte Goldberg in der Kulturzeitschrift Melodie und Rhythmus (2/2015), alte Lagerhallen und Geschäfte in ziemlich heruntergekommenem Zustand, aber günstig zu mieten. Die »Ballroom Dancehall« wurde schnell zur Attraktion, ein besonderer Ort. Auch linke Aktivisten hingen dort ab, abends, nach den Sitzungen der Modern Youth Society – subversive Gesellschaft schon allein deswegen, weil »Menschen aller Hautfarben beitreten konnten«, so Goldberg.
Ein Hauch von Freiheit inmitten eines rassistischen Kolonialstaats. In den Kneipen, Clubs und Bars des District Six nahe der Docks roch es nach Hafen und nach Jazz und nach weiter Welt. Ein multiethnischer Meltingpot. Das ganze Viertel war wegen dieses relativ offenen Charakters ein Dorn in den Augen des Regimes. Es ließ die Infrastruktur verkommen und schickte schließlich Mitte der 1970er Jahre Bulldozer. Die Bewohner wurden aus dem Zentrum Cape Towns verbannt und nach Rassen getrennt in verschiedene primitive Quartiere gebracht, in die Capeplans am Stadtrand. In Manenberg lebten überwiegend »Coloureds«. Denis Goldberg: »Die Konsequenzen der Vertreibung saßen tief. Und Abdullah Ibrahim hat dieses Gefühl von Unterdrückung ausgedrückt.«
Abdullah Ibrahim, als Adolph Johannes Brand 1934 in Cape Town geboren, ein Jahr nach Goldberg, nannte sich als aufstrebender Jazzmusiker »Dollar Brand«. Er habe als Jugendlicher jeden Dollar ausgegeben, um von amerikanischen Seeleuten Jazzplatten zu kaufen, schreibt der Autor Peter Kemper in seinem sachkundigen, unbedingt lesenswerten Streifzug durch die Geschichte des Jazz »The Sound of Rebellion«. Goldberg meinte, »Dollar Brand« habe zudem »amerikanisch« geklungen, seinerzeit eine Verheißung. »Es machte Eindruck: ›Dollar‹ nach der Zigarettenmarke mit der goldenen Verpackung.«
Brand, der hochaufgeschossene Schlacks, wegen seiner dunklen Haut in der rassistischen Farbenordnung auf Stufe zwei zwischen weiß (ganz oben) und schwarz (ganz unten) geführt, machte mit seinem virtuosen Spiel den Club zum Konzertsaal, die Leute fesselnd als Künstler, der auffiel unter den Musikern, die sonst dort aufspielten: »Da kamen die Leute plötzlich, um ihm zuzuhören und eben nicht, um zu tanzen.«
Denis Goldberg, verstorben 2020, war und ist eine Legende des südafrikanischen Freiheitskampfs, der einzige Weiße, der im Rivonia-Prozess von 1963/64 verurteilt wurde, neben den anderen als »Terroristen« bezeichneten Nelson Mandela, Walter Sisulu, Raymond Mhlaba, Govan Mbeki, Ahmed Kathrada, Elias Motsoaledi und Andrew Mlangeni, zu mehrfach lebenslänglich. Nur knapp waren sie der Todesstrafe entgangen, mutmaßlich wegen der internationalen Turbulenzen, die das Apartheidregime befürchten musste. Die Gefangenen feierten das »Lebenslänglich«. Goldberg: »Ich war überglücklich, am Leben zu bleiben, auch wenn es für langer Zeit hinter Gittern sein würde.«
1974, als »Mannenberg« entstand, saß er in einem Spezialgefängnis für Weiße in Pretoria. Dollar Brand, der mittlerweile den christlichen Religionen der weißen Herrschaft diesseits und jenseits des Atlantiks sowie dem Alkohol den Rücken gekehrt hatte, war zum Islam konvertiert und hatte den Namen Abdullah Ibrahim angenommen.
Im Juni des Jahres nahm er in einem Studio in Cape Town das Stück mit den Tenorsaxophonisten Basil Coetzee – auch »Manenberg« genannt wegen seines Wohnorts – und Robbie Jansen, mit Monty Weber (Schlagzeug), Paul Michaels (Bass), Morris Goldberg (Altsaxophon) auf. Es ist ein von Traurigkeit, Melancholie und – doch auch – Zuversicht und Energie getragener Song im von Ibrahim geschaffenen Cape Jazz, basierend auf dem Marabi, einer Verbindung aus afrikanischen Musikstilen und afroamerikanisch geprägtem Jazz. Dem auf dem Piano vorgegebenen Thema, das sich durchgängig bis zum Schluss wiederholt, folgen weitere, immer neue Improvisationen, in denen sich Ibrahim und Coetzee wechselseitig treiben und gegenseitig inspirieren. Und offensichtlich nicht nur sich.
»Als der Aufstand begann, hat ein kleiner Plattenladen in Johannesburg mein Stück ›Mannenberg‹, benannt nach dem wegen seiner Zwangsumsiedlungen berüchtigten Township Manenberg in Cape Town, Tag und Nacht über Lautsprecher gespielt. Dieser Laden lag an einem großen Sammelpunkt, an dem die Busse aus Soweto ankamen. Die Leute haben sofort begriffen: Manenberg, das sind wir, hier geht es um uns.« So zitiert Peter Kemper Abdullah Ibrahim.
»Seine leidenschaftlichen Kompositionen« seien zu Hymnen geworden, »die durch die Soundsystems in den schwarzen Townships von Cape Town, Johannesburg, Durban und Pretoria schallten«, schreibt Aggrey Klaaste (1940–2004). Der ehemalige Herausgeber der auflagenstarken Zeitung The Sowetan war im Township Soweto südwestlich von Johannesburg aufgewachsen, nachdem das Township Sophiatown geräumt und abgerissen worden war, um weißen Bewohnern Platz zu machen.
Soweto wurde zu einem weltweiten Pseudonym für den Widerstand gegen die Apartheid. Bei Massenprotesten ab dem 16. Juni 1976 starben 575 vor allem junge Bewohner, 451 erschossen von schwerbewaffneten Kräften der South African Police. Zehntausende Schüler protestierten gegen die Direktive der Regierung, in den höheren Schulklassen zur Hälfte auf Afrikaans statt auf Englisch zu unterrichten. Soweto wurde zum Symbol des Kampfes gegen die Apartheid, der Soweto Day – heute Youth Day – erinnert seit 1995 als Nationalfeiertag an dieses Ereignis.
Der Aufstand hatte begonnen und würde nicht enden bis zur Abschaffung der Apartheid. Musik begleitete ihn – der Jazz der Schwarzen, entwickelt und weiterentwickelt auf verschiedenen Kontinenten. Zwischen Cape Town und New York liegen 15.500 Kilometer Atlantischer Ozean, zwischen Castelo de São Jorge da Mina in »Goldküste« (heute: Ghana), der letzten Station für viele Schwarze auf ihrem Heimatkontinent, und den karibischen Zielhäfen der Sklavenschiffe, auf die sie verfrachtet wurden, in etwa auch. 8.500 Seemeilen Transport unter unmenschlichen Bedingungen, ein Drittel der vielleicht zwanzig Millionen Schwarzen, die als Ware verladen worden waren, überlebten die Überfahrt nicht.
Aber für diejenigen, die dann auf den Baumwollfeldern der Südstaaten oder in den Haushalten der Weißen arbeiten mussten, lag Afrika – zumindest in Gedanken – um die Ecke. Auch Südafrika. Donald Trump, der auf hohem Niveau durchgeknallte Anführer nachkolonialer Eliten, bot vor kurzem weißen Großgrundbesitzern Asyl an. Ihnen drohe die Enteignung, wie er meint. Es geht um das Land der nach und nach vertriebenen Ureinwohner, der Khoikhoi und der San.
Besetzt wurde es ab 1488 von niederländischen Siedlern, den »Buren« (Bauern), die es auf der Suche nach einem Seeweg zu den begehrten Gewürzen des fernen Ostens hierhin verschlagen hatte. Streng evangelische Christen, die ihre Herrschaft bis ins 19. Jahrhundert hinein ausbauten. Dann begann die Herrschaft der Briten. War in der ersten Phase der Kolonialisierung des Kontinents, vorrangig von der Westküste aus, der Handel mit Sklaven die wichtigste Einnahmequelle, konzentrierten sich im südlichen Afrika die weißen Begierden auf das fruchtbare Land und später auf die wertvollen Bodenschätze: Nach der Ächtung der Sklaverei im 19. Jahrhundert waren das in Südafrika Gold und Diamanten, dann auch Kohle und Erze. Erst gegen Ende des Jahrtausends endete in Zimbabwe (1980), Namibia (1990) und Südafrika (1994) die rassistische Fremdherrschaft. Der Aufstand hatte Zeit gebraucht. Davon konnten auch die Afroamerikaner jenseits des Atlantiks lange Zeit mehr als nur ein Lied singen – und sie können es immer noch.
»Let the Riot begin.« Als die junge Frau am 11. Juni 1988, dem legendären Mandela-Konzert, die Bühne im Londoner Wembley-Stadion betrat, strahlte die Sonne der Hoffnung auf beiden Kontinenten. Ja, »lass uns reden von der Revolution / und es klingt wie ein Flüstern«. Nelson Mandela hatten die Rassisten bereits von Robben Island in den Hausarrest entlassen müssen. Der Druck war weiter gewachsen auf den Straßen und in den Ghettos Südafrikas, und die internationale Solidaritätsbewegung hatte enorm an Einfluss gewonnen. Das Konzert wurde sogar live im Fernsehen übertragen.
Auch die Banken und Großkonzerne, die das Apartheidregime seit Jahrzehnten protegiert hatten, gerieten ins öffentliche Blickfeld und nie wieder sollte es danach einen derart gewaltigen Aufschrei von Musikern geben. Tracy Chapman sang über die Gefühle der Ausgegrenzten, über Verzweiflung und Polizeiwillkür, und die Adressaten begannen sich zu fürchten, der Aufstand könne sich gegen sie richten, gegen die, die den »Traum von Amerika« propagierten, aufgebaut auf dem Elend der Ureinwohner und der Sklaven.
Das Lied fand seinen Weg über die Ozeane. Die kulturellen Grundlagen veränderten sich, verschwanden aber nie und befruchteten sich gegenseitig als Musik der Unterdrückten. Die Geschichte schwarzer Musik von Afrika bis nach Amerika ist tief verwurzelt in den Gesellschaften, geprägt von den Ausbeutungsverhältnissen und einem ungebrochenen Willen zur Freiheit.
Auf dem Originalcover von 1960 sitzen drei Afroamerikaner an einem Bartresen, ohne Getränk oder Essen vor sich, sich umschauend zum Fotografen. Zwischen ihnen, im Hintergrund, ein weißer Barkeeper mit misstrauischem Blick. In Versalien steht über dem Bild: »We insist!« Darunter der Titel: »Max Roach’s – Freedom now suite« (Wir bestehen darauf: Freiheit-jetzt-Suite). Es war das bekannteste Jazzalbum zu Zeiten der sich formierenden Proteste gegen die anhaltende Rassendiskriminierung in den USA, ein Abbild der Wirklichkeit.
Am 1. Februar 1960 nahmen vier Schwarze in North Carolina an der Theke einer Cafeteria im Woolworth-Kaufhaus von Greensboro Platz und wurden nicht bedient. »Nur für Weiße« die Begründung. Sie blieben sitzen bis Toresschluss. Am nächsten Tag kamen 15, am übernächsten ungefähr 150 und plötzlich waren es tausend. Das Sit-in machte Furore in den Südstaaten, in denen die Rassentrennung fernab jeglicher inzwischen durchgesetzter Gesetze unbeirrt praktiziert wurde. Die Sit-ins gehörten ab dann auch zu den spektakulären Protestformen der Antikriegs- und Bürgerrechtsbewegung.
Ein anderes, viel älteres Foto. Es wurde drei Jahrzehnte vorher in Marion, Indiana, aufgenommen. Den jüdischen Highschool-Lehrer Abel Meeropol aus der Bronx inspirierte es zu seinem Poem »Strange Fruit«. Es wird in der Gewerkschaftszeitung The New Teacher und – unter dem Pseudonym »Lewis Allan« – in der marxistischen Zeitschrift The New Masses veröffentlicht. Das Bild zeigt die Lynchmorde an zwei schwarzen Jugendlichen, aufgeknüpft an einem Baum.
So etwas oder Ähnliches geschah zwischen 1880 und 1940 bis zu 4.000 Menschen, 90 Prozent von ihnen lebten in den Südstaaten der USA.
»Southern trees bear a strange fruit / Blood on the leaves and blood at the root / Black bodies swingin’ in the Southern breeze / Strange fruit hangin’ from the poplar trees.« (Südliche Bäume tragen eine seltsame Frucht / Blut auf den Blättern und Blut an den Wurzeln / Schwarze Körper schwingen in der südlichen Brise / Seltsame Frucht, die an Pappelbäumen hängt.)
1939 zeigte Meeropol den Text im New Yorker Café Society der großen Jazzsängerin Billie Holiday. Er hatte ihn als Lied komponiert, die Bluessängerin Laura Duncan war bereits damit aufgetreten. Barney Josephson half Holiday, den Song »präzise zu inszenieren«, wie Peter Kemper schreibt. »Wenn sie (Holiday) ihn anstimmte, hörten die Kellner schlagartig auf, die Gäste zu bedienen, hinter der Bar herrschte unmittelbar Ruhe, kein Gläser- oder Geschirrklappern erfüllte mehr den Raum, die Gespräche verstummten.«
Der Song wurde schließlich zur erfolgreichsten Jazzsingle aller Zeiten, begleitet von den tragischen, untragbaren Bedingungen des Rassismus, von denen er handelte. Auch Meeropol hatte mittelbar unter ihnen zu leiden – er erhielt zu Zeiten von McCarthys Kommunisten-Inquisition quasi Berufsverbot. Aber im Gegensatz zu Billie Holiday überlebte er. Ein fanatisierter Rassist des FBI hatte einen Spezialagenten auf sie angesetzt. Ihre Jäger fanden Drogen bei einer Zimmerdurchsuchung. Sie hatten sie vermutlich selbst plaziert. Holiday beteuerte, seit langem clean zu sein, landete schließlich schwer bewacht in einer Klinik, erbarmungslos verhört, todkrank. Mit Handschellen an ihr Bett gefesselt starb sie 44jährig am 17. Juli 1959. In ihrem Strumpfband ihr einziger Besitz: 15 50-Dollar-Scheine, gedacht für die Schwestern, die sie gepflegt hatten.
In den mächtigen Radiostationen der USA war »Strange Fruit« trotz über einer Million verkaufter Kopien lange Zeit unerwünscht und wurde nicht gespielt. In Südafrika stand der Song bis zum Ende der Apartheid auf dem Index. Doch der Widerstand wuchs weiter, hier wie dort. Martin Luther King, Malcolm X, Angela Davis, die Black Panther. Auch die Musik der Schwarzen ließ sich nicht verbieten, und in Südafrika beförderte »Mannenberg« die Befreiung des Landes vom System der Apartheid – ein Monument in Jazz, spannungsgeladen und aufregend, 13:34 Minuten lang.
Die einzige Textzeile, kurz vor Ende des Stücks gesungen, lautet »Oh Mannenberg! Jy kan na New York gaan, maar ons bly hier in Mannenberg« (etwa: O Mannenberg! Du kannst nach New York reisen, aber wir bleiben hier in Mannenberg).
Denis Goldberg hatte zunächst von der herausragenden Bedeutung »Mannenbergs« für die Gefangenen in Pretoria nichts mitbekommen. Sie kämpften, rechtlos, aber nicht hilflos, ums alltägliche Überleben. Organisierten sich, bildeten ein klandestines Komitee und setzten schließlich durch, lesen und Musik hören zu dürfen. Alle zwei Monate konnte der Bestand von ursprünglich 27 Vinylplatten – 26 davon waren Klassik – nach und nach erweitert werden. »Schließlich hatten wir in unserem kleinen Gefängnis mehr als 800 Platten. Klassische, Folk, Jazz, Südafrikanisches, international, eine unglaubliche Sammlung. Ich wünschte, ich hätte sie mitnehmen können.« Die Gefangenen stellten ein Programm zusammen, und »jeden Abend spielte ein Wärter drei Stunden lang die Musik für uns, die über Lautsprecher in jede Zelle übertragen wurde. Gemeinsam hören war verboten. Die hatten Angst, dass wir das System zum Radio umbauen und die Welt zur Revolution aufrufen würden. Unglaublich«, sagte Goldberg und lachte.
1984 aus dem Knast entlassen, ging er ins Exil, kehrte 2002 nach Südafrika zurück. Ibrahim hatte dort schon 1994 zur Amtseinführung Nelson Mandelas gespielt. »Mannenberg« war nicht mehr illegal und deren Verfasser durfte nun auf den Tafelberg. »Knysna Blue«, ein 15:29-Minuten-Song, erzählt davon und von der neuen Freiheit. Doch das ist eine andere Geschichte.
Peter Kemper: The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz. Reclam-Verlag, Stuttgart 2025, 752 Seiten, 38 Euro
Gerd Schumann lebt in Berlin und Mecklenburg. Für junge Welt schreibt er seit über zwei Jahrzehnten, lange leitete er ihr Auslandsressort. Jüngste Publikationen: »Thomas Sankara« (2025), »Patrice Lumumba« (2024), »Basiswissen Kolonialismus« (zweite Auflage, 2024), »Kaiserstraße. Die Geschichte des deutschen Kolonialismus« (2021, alle Papyrossa-Verlag). An dieser Stelle schrieb er zuletzt in der Ausgabe vom 17./18. Mai 2025 über Erlebnisse mit dem Werk von Floh de Cologne
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