IG Metall beklagt zunehmende Unsicherheit von Beschäftigten mit Behinderungen
Eine Umfrage der IG Metall zeigt, dass Beschäftigte mit Behinderungen zunehmend unter Druck stehen:
Menschen mit Behinderung haben im Beruf immer schlechtere Perspektiven. In 83 Prozent der Betriebe wächst ihre Unsicherheit, in jedem vierten sogar deutlich. Das zeigt eine IG-Metall-Umfrage unter rund 1.000 Schwerbehindertenvertretungen (SBV) zum Welttag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember). Nur fünf Prozent berichten von mehr Sicherheit. Hauptursachen für geringere Perspektiven sind Stellenabbau und Umstrukturierungen in den Unternehmen (84 Prozent). 44 Prozent der SBV melden, dass gezielt Arbeitsplätze behinderter Beschäftigter wegfallen. Fast ein Viertel (23 Prozent) kritisiert mangelnde Integration in den Betrieb. Die größten Belastungen für behinderte Beschäftigte sind körperliche Anforderungen (68 Prozent), gefolgt von schlechter Arbeitsorganisation (40 Prozent) – etwa Zeitdruck, unklare Aufgaben oder monotone Tätigkeiten. »Beschäftigte mit Behinderung gehören zu den ersten Opfern der sich zuspitzenden Krise in den Betrieben«, sagt IG-Metall-Sozialvorstand Hans-Jürgen Urban. »Schwerbehinderte brauchen gerade jetzt Solidarität und Sicherheit in der Arbeitswelt.«
Urban fordert einen »barrierefreien Arbeitsmarkt für alle« und spürbare Sanktionen für Betriebe, die nicht genügend Schwerbehinderte beschäftigen. »Es reicht offensichtlich nicht, wenn sich hier Betriebe billig mit einer Ausgleichsabgabe freikaufen können. Wer gesetzliche Teilhaberechte missachtet, muss Konsequenzen spüren.«
Zum Welt-Aids-Tag am Montag kritisiert der Landesvorsitzende der Partei Die Linke Sachsen, Marco Böhme, den unzureichenden Zugang zu HIV-Präventionsmedikamenten (PrEP) in Sachsen:
»Es ist nicht hinnehmbar, dass es in Sachsen kaum Arztpraxen gibt, die PrEP verschreiben dürfen, und die, die es anbieten, keine neuen Patientinnen und Patienten aufnehmen können, weil sie völlig überlastet sind. Wer sich wirksam vor HIV schützen möchte, steht vielerorts vor verschlossenen Türen – dies ist zutiefst unbefriedigend.
Die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) ist laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine der wirksamsten Maßnahmen zur Verhinderung einer HIV-Infektion, wenn sie regelmäßig eingenommen und ärztlich begleitet wird. Seit 2019 wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dass trotzdem Menschen in Sachsen keinen Zugang erhalten, ist skandalös. Gesundheit darf keine Frage des Wohnorts oder der sexuellen Orientierung sein. Ich kenne Fälle, in denen Menschen, die sich vorsorglich schützen wollen, von Leipzig nach Berlin oder Magdeburg reisen, um an entsprechende Medikamente durch freie Termine in Arztpraxen zu kommen. In Sachsen sind Versorgungsräume entstanden, in denen faktisch kein niedrigschwelliger Zugang zu PrEP besteht, obwohl das Sächsische Aktionsprogramm zu HIV/Aids eigentlich einen flächendeckenden, niedrigschwelligen Zugang zu Beratungs- und Behandlungsangeboten vorsieht. Sachsen darf bei der HIV-Prävention nicht länger hinterherhinken. Wer heute den Zugang zu PrEP blockiert, riskiert morgen steigende Neuinfektionszahlen – und das völlig vermeidbar.«
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