Gegründet 1947 Sa. / So., 10. / 11. Januar 2026, Nr. 8
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Aus: Ausgabe vom 27.11.2025, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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Sie kennen ja mein Motto, Sir: Erst schießen, dann fragen

Enteignung

Veräußertes Leben: Im Leihhaus landen Erbstücke, Memorabilia und das letzte Hemd, so es denn ein paar Euro bringt. BRD 2025.

Rolex, Handy, Ringe. Letzte Chance: Pfandleihhaus, NDR, 18.15 Uhr

Augenringe der Macht

Die (Un-)Gelehrten streiten weiterhin darüber, inwiefern John Ronald Reuel Tolkien (1892–1973) mit seinem umfänglichen Fantasywerk die Weltkriege metaphorisierte und dabei in ein moralistisch-romantisches »Gut und Natürlich gegen Böse und Industrialisierend« umwertete. BRD/F 2024.

Tolkien. Die wahre Geschichte der Ringe, Arte, 20.15 Uhr

Wenn der Adler kreist

Live aus dem Adlerhorst an der ­Ijssel: Die Cannstätter mit dem roten Brustring bleiben ihren durchwachsenen Leistungen in dieser Saison bislang treu. Im letzten Heimspiel auf europäischer Ebene gab es ein mühsam erarbeitetes 2:0 (0:0) gegen Feyenoord Rotterdam. Nun geht es gleich noch mal gegen Niederländer – mit einer ihrem drolligen Namen zum Trotz langen Vereinsgeschichte wurden Go Ahead doch zwischen 1917 und 1933 viermal Landesmeister.

Fußball der Herren: Europa League, Go Ahead Eagles Deventer – VfB Stuttgart, RTL, 20.35 Uhr

Mars vivendi

Die eher randständige trotzkistische Schule des Posadismus und auch das von anderem Internetschund verschüttete Stollsche Neuschwabenlandforum entsprechen einer allzumenschlichen Sehnsucht: Nach der Erlösung (oder Bestrafung) durch extraterrestrische Bessermenschen. BRD 2025.

Nano Talk. Umgeben von Aliens?, 3sat, 21 Uhr

Einen vom Pferd

Wenn einer mit anderen Menschen hautnah wird, ohne das Zusammenstecken der Beziehung zu stecken: Christian hat Frau und Kinder, merkt aber mit 40, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. BRD 2025.

Menschen hautnah. Doppelleben – Was macht der Betrug mit der Liebe?, WDR, 22.15 Uhr

Bund Deutscher Medien

Es gibt gute Gründe, das Präfix »Neo-« wegzulassen, wenn es um Faschismus geht. Nichtsdestotrotz ändert der Faschismus, zumal als Bewegung, seine Form. Schließlich heißt die Goebbelsschnauze heutzutage Tik Tok. BRD 2025.

Jung, militant, national. Die Neuen Rechten, 3sat, 22.55 Uhr

Nackt geboren, nackt noch

»Le Cinquième Élément«, Parade­beispiel für den von Videoessayist Jonathan McIntosh geprägten Tropus des »Born Sexy Yesterday«: Milla Jovovich als rothaariger MacGuffin. Heuer übernimmt solches Dustin Milligan als Netflix’ »Hot Frosty«. F 1997.

Das fünfte Element, Pro sieben, 23 Uhr

Milchdiebin und Spross

Alle haben eine, nicht jeder ist eine – aber das Verhältnis von Müttern und Töchtern ist ein gesellschaftlich prägendes. Manch eine solche Beziehung stellt den Fortgang der Geschichte monadisch dar: Carol Thatcher, Tochter der eisernen Tories-Hexe, nahm 2005 am britischen »Dschungelcamp« teil. BRD 2025.

Twist. Mutter und Töchter – Eine Liebesbeziehung?, WDR, 23.30 Uhr

Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug

Mit dem Winteraktionsabo bieten wir denen ein Einstiegsangebot, die genug haben von der Kriegspropaganda der Mainstreammedien und auf der Suche nach anderen Analysen und Hintergründen sind. Es eignet sich, um sich mit unserer marxistisch-orientierten Blattlinie vertraut zu machen und sich von der Qualität unserer journalistischen Arbeit zu überzeugen. Und mit einem Preis von 25 Euro ist es das ideale Präsent, um liebe Menschen im Umfeld mit 30 Tagen Friedenspropaganda zu beschenken.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (27. November 2025 um 18:48 Uhr)
    Mars vivendi? Teilweise brauchbar, den Professor für Exosoziologie vom Neuschwabenlandforum in Freiburg kann frau rundheraus an die Hasen verfüttern. Der zum Mini Talk ausgeartete Nano Talk bringt auf Arte-typische Art ein schwerverdauliches Gemisch auf den Schirm und in den Lautsprecher. Wesentliche Gesichtspunkte, angefangen mit den fundamentalen Erkenntnissen Plancks (»Planck-Einheiten«) und dem, was die Menschheit über Raum, Zeit, Quanten und die Gültigkeit physikalischer Theorien (zur Zeit) weiß, kommen nicht zur Sprache. Noch nicht einmal die simple Frage, welchen Einfluss die Massenanziehung auf den Entwicklungsverlauf von Leben hat (haben könnte), wird gestellt. Da wird der Exoplanet K2-18B vorgestellt (siehe: www.jungewelt.de/artikel/498521.astrobiologie-hinweise-auf-leben-im-all.html), nach den Angaben im Talk ist er zweieinhalbmal so groß wie die Erde. Deshalb (schon wieder) meine Lektüre-Empfehlung: Kann denn alles Zufall sein? Heinz Oberhummer, Goldmann oder Ecowin Verlag, antiquarisch für wenige Euronen zu haben.

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