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Aus: Ausgabe vom 24.11.2025, Seite 16 / Sport
Quälix Austria

England verputzen

Von René Hamann
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So was Schönes: Österreich schafft den Sprung zur WM 2026

Die gerade vergangene war eine gute Woche für den österreichischen Sport. Sogar eine sehr gute: Zum ersten Mal seit 1998 wird Österreich bei einer Fußballweltmeisterschaft der Männer vertreten sein. Damals waren Andi Herzog und Toni Polster die Leitsterne der Truppe. Besonders Polster wird mit einem lachenden und einem weinenden Auge die letzten Spiele geschaut haben: Erst schnappte sich Rüpel Arnautovic den Titel des Rekordtorschützen, dann kam auch noch der Nimbus des letzten Helden einer WM-Quali (1989 der Dreierpack beim 3:0 gegen die DDR) abhanden: Micha Gregoritsch, bei dem man sich fragt, wo in aller Fußballwelt er zur Zeit kickt, schoss am Dienstag abend den wichtigen Ausgleich gegen Bosnien – gerade als man dachte, das Schicksal wird den üblichen tragischen Verlauf nehmen und Österreich das Entscheidungsspiel bitter mit 0:1 verlieren.

Es kam aber eben anders. Dass man aus Glasgow irre Bilder aus Pubs sehen konnte, aus Wien oder Graz jedoch nicht, liegt auch daran, dass man in Ö eher nicht ins Beisl geht, um Fußball zu schauen. Find mal einer eine Fußballkneipe in Wien!

Noch erstaunlicher geriert sich die Jugend des ÖFB. Sie schlug im Achtelfinale der U17-WM sogar England – und zwar mit 4:0. Am Freitag wartet mit Japan im Viertelfinale auch kein Gegner der Überklasse. Na, da schau her! Ösis können wieder Fußball und werden auch wieder Fußball können, das wird was 2026: Wir freuen uns jetzt schon auf eine Todesgruppe mit Haiti und Usbekistan und Deutschland als Gegner im Sechzehntelfinale.

Auch im Tennis geht wieder was vom Schläger, da hat sich Österreich im Davis Cup immerhin für die letzten Acht qualifiziert. Gegner im Viertelfinale war Italien, auszuschließen war im Vorfeld nichts, da sich die italienischen Stars Sinner und Musetti lieber eine Auszeit gönnten, als im heimischen Bologna für die »hässliche Salatschüssel« aufzuschlagen. Überhaupt ist der Davis Cup seit der großen Reform ziemlich verkommen, auch wenn man nicht recht weiß, zu was genau; statt langer Fernsehnächte dank unendlich langer Sätze gibt es nur noch quicke Abende im Spartenkanal mit höchstens drei Spielen, meist sogar nur zwei.

Zwei reichten dann auch der italienischen B-Auswahl, um, Moment, ich schlage nach, Jurij Rodionov und Filip Misolic des Feldes zu verweisen. Italien hat da noch einen Titel zu verteidigen. Und im Land von Muster und Thiem wächst die Asche auch nicht auf Bäumen.

Und doch – an diese arschkalte Woche im November 2025 wird man sich in Wien und Umgebung noch lange erinnern.

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