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Aus: Ausgabe vom 19.11.2025, Seite 16 / Sport

Mariachi

Von André Dahlmeyer
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Ramiro Tulian (Argentinien) und Michael Corona (Mexiko) bei der U-17-WM in Katar

Einen wunderschönen guten Morgen! Bei der U-17-WM in Katar jagt eine Überraschung die nächste. Die K.-o.-Phase hat begonnen, und im Match des besten Gruppensiegers gegen den schlechtesten Gruppendritten unterlag Argentinien surrealistischerweise den Mariachis. Bei der letzten WM in Indonesien scheiterten die Silberländer erst im Semifinale am späteren Titelträger Deutschland unglücklich (glücklich geht ja schlecht) im Elfmeter­treten. Im Spiel um Platz drei gegen Mali hatte dann keiner mehr Energie, und man wurde vom Podest geschubst. Kann vorkommen. Spiele um Platz drei mag niemand, vor allem die Journalisten nicht, nur ich bin da die Ausnahme, hugh. Auf der Pressetribüne wird es dann in der Regel recht zugig, aber was soll’s, ich bin eine Ein-Mann-Armee, und wenn ich in der Mixed Zone ankomme, wird’s biblisch. Das Spiel gegen Mexiko war im Sechzehntelfinale. Wer so früh scheitert, geht in die Geschichtsbücher ein. Fast noch schlimmer als Gruppenphase. Der beste Platz ever für Argentinien war ein dritter. Erinnert sich niemand dran, aber es gibt ja schließlich Journalisten, die’s nicht sein lassen können.

Die erste Halbzeit war ein Monolog für die Schutzbefohlenen des Ex-Leverkuseners Diego Placente. Nach acht Minuten führte Argentinien durch Ramiro Tulián (Belgrano de Córdoba). Es war die Halbzeit des Chancentods. Soll man feiern, die Mariachis feiern sogar den Tod an sich. Nach den Pausenmates schlug Sportsfreund Luis Gamboa (Atlas Guadalajara) zu: erst mit dem Dez, dann anders, 1:2. Fünf Minuten vor Zappenduster war es dann Fernando Closter (CA Independiente), der mit einem Kopfball nach einem schwerwiegenden Tormannfehler von Santiago López (Toluca) ausglich.

Vom Sanktionspunkt war es anschließend ausgerechnet López, der zum Helden des Abends avancierte, weil er den ersten Schuss von Gastón Bouhier (Argentinos Juniors) parierte und später selbst den entscheidenden Tritt verwandelte, der Mexiko ins Achtelfinale brachte. Argentiniens Tormann José Castelau (Real Madrid) konnte keinen einzigen Strafstoß abwehren.

Bei der U-20-WM in Chile hatte vor kurzem Argentinien die Mexikaner noch im Viertelfinale besiegt. Mexiko traf gestern auf Portugal. Weltmeister Deutschland wurde von Fußballschwergewicht Burkina Faso chancenlos mit 0:1 eliminiert. Aktuell dominiert Afrika die WM.

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