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Bericht: Weleda war eng mit SS verbunden

Berlin. Das in den 1920er Jahren gegründete Kosmetikunternehmen Weleda hatte in der Nazizeit auch personell enge Beziehungen zur SS. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Arbeit der Historikerin Anne Sudrow im Auftrag der Gedenkstätte Dachau hervor, über die der Spiegel am Wochenende berichtete. Demnach haben ehemalige Weleda-Mitarbeiter eine zentrale Rolle für die im KZ Dachau eingerichtete Plantage der SS-eigenen »Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung« gespielt. Der frühere Leiter des Weleda-Heilpflanzengartens, Frank Lippert, habe seit 1941 für die SS gearbeitet und bei Forschungsarbeiten auch von Zwangsarbeit profitiert. Dabei habe er weiterhin mit Weleda in Kontakt gestanden. Bereits bekannt ist unter anderem die Belieferung des KZ-Arztes Sigmund Rascher mit einer »Frostschutzcreme« durch Weleda, die er für seine tödlichen Unterkühlungsversuche an Häftlingen bestellt hatte. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.09.2025, Seite 15, Antifaschismus

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