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Israel verlangt Rücknahme von Bericht über Hungersnot in Gaza

Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
Menschen in Dschabalia stehen an einer Lebensmittelausgabestelle an (19.5.2025)

Tel Aviv/Gaza. Israel hat die Autoren eines Berichts über die Hungersnot im Gazastreifen aufgefordert, diesen unverzüglich zurückzuziehen. Der Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Eden Bar Tal, nannte den Bericht am Mittwoch »gefälscht«. Er warf der IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification) vor, durch methodische Verstöße ein politisch motiviertes Ergebnis herbeigeführt zu haben.

Sollte innerhalb von zwei Wochen kein neuer Bericht vorgelegt werden, wolle Israel den Geldgebern des IPC seine »Beweise« für die Fehlerhaftigkeit vorlegen und diese auffordern, ihre finanzielle Unterstützung der Initiative einzustellen. Der Bericht sei »zutiefst fehlerhaft, unprofessionell« und entspreche nicht den Standards, die von einer »internationalen Organisation erwartet werden, die mit einer so schweren Verantwortung betraut ist«, schrieb Bar Tal in einem Brief an den IPC-Programmdirektor Jose Lopez. Israel lehne den Bericht kategorisch ab.

Die IPC-Initiative - deren Mitglieder knapp zwei Dutzend Organisationen der Vereinten Nationen sowie Hilfsorganisationen sind - hatte vergangene Woche erklärt, die für eine Hungersnot notwendigen Kriterien seien im Regierungsbezirk Gaza, in dem auch die Stadt Gaza liegt, erfüllt. Das Leben von 132.000 Kindern unter fünf Jahren sei wegen Unterernährung bedroht. (dpa/jW)

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Erschienen am 28.08.2025, Ausland

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