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Historische Graffiti auf Zionsberg

Jerusalem. Archäologen haben in dem sogenannten Abendmahlsaal Inschriften aus dem Mittelalter entdeckt. In dem Raum soll Jesus Christus mit seinen Jüngern angeblich das letzte Abendmahl gefeiert haben. Die Gebäude auf dem Zionsberg wurden jedoch im ersten Jahrhundert vor Christus zerstört, erst die Kreuzfahrer errichteten an dieser Stelle rund 1.000 Jahre später erneut eine Kirche mit einem eigenen Abendmahlsaal. Dort hat nun ein Team um den Archäologen Shai Halevi mittelalterliche Inschriften entdeckt und untersucht. Sie bestehen teils aus Zeichnungen, teils aus Einritzungen und stammen vorwiegend von christlichen Pilgern aus Europa aus den Jahren nach 1300 u. Z. Viele der Inschriften zeugen von der bloßen Anwesenheit, im Sinne von: »Ich war hier«. Durch die oft vorkommende Angabe der Herkunft der Gläubigen lässt sich jedoch einiges zur internationalen Pilgerbewegung rekonstruieren. Zum Teil lassen sich die Graffiti eindeutig zuordnen, so zeigt eines etwa das Familienwappen Tristrams von Teuffenbach aus der Steiermark. Einige stammen von armenischen, syrischen und arabischsprachigen Christen und geben auch Hinweise auf historische Ereignisse. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.04.2025, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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