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50. Todestag von Josephine Baker

Paris. Am Sonnabend jährt sich der 50. Todestag von Josephine Baker. Sie gilt nicht nur als Tanzlegende, sondern auch als Bürgerrechts- und Widerstandskämpferin – und seit 2021 sogar als Nationalheldin. Als erste afroamerikanische Frau wurde sie am 30. November in das Pariser Panthéon aufgenommen, Frankreichs Ruhmestempel.

Geboren wurde sie als Freda Josephine McDonald am 3. Juni 1906 in St. Louis, Missouri. Ihre Kindheit: arm, hart, rassistisch. Als sie Mitte der 1920er Jahre nach Paris auswanderte, fand sie zum ersten Mal in ihrem Leben so etwas wie Anerkennung. Sie wurde zum Star, zur »Königin des wilden Tanzes«. Ihr »Banana Dance« – zwischen Provokation, Selbstermächtigung und Satire – machte sie weltberühmt. Und zur Ikone einer Generation, die sich vom Mief des Kolonialismus befreien wollte. Als sie 1937 den jüdischen Industriellen Jean Lion heiratete, nahm sie die französische Staatsbürgerschaft an.

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Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs trat sie dem französischen Widerstand bei. Sie nutzte ihre Prominenz und ihre Reisefreiheit als gefeierte Tänzerin, um im Widerstand gegen das Naziregime geheime Botschaften zu transportieren. Und ihre Konzerte an der Front dienten nicht dem Ruhm, sondern der Moral – und als Einnahmen an die Résistance. Nach dem Krieg wandte sich Josephine Baker verstärkt dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung zu. Beim historischen Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit 1963 – einem Schlüsselmoment der US-Bürgerrechtsbewegung – trat sie in der Uniform der Freien Französischen Streitkräfte ans Mikrofon. Baker starb wenige Tage nach ihrer letzten großen Show in Paris am 9. April 1975. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.04.2025, Seite 15, Feminismus

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