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SIPRI: Europa importiert deutlich mehr Rüstung

Stockholm. Entgegen dem weltweiten Trend haben die europäischen Importe schwerer Rüstungsgüter wie Kampfjets, Panzer und U-Boote im Vergleich der vergangenen beiden Fünfjahreszeiträume um satte 155 Prozent zugenommen, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI hervorgeht. Das globale Volumen solcher Rüstungseinfuhren sank im Gegensatz dazu minimal um 0,6 Prozent. Da es in dem Bericht um langfristige Trends geht, werden Fünfjahreszeiträume statt Einzeljahre verglichen, diesmal also die Jahre 2020–2024 mit 2015–2019.

Wenig überraschend kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass sich die Ukraine zum größten Waffenimporteur der Erde entwickelt hat. Im Vergleich zum vorigen Untersuchungszeitraum hat sich der ukrainische Anteil an den weltweiten Einfuhren von weniger als 0,1 auf nun 8,8 Prozent fast verhundertfacht. Sowohl durch den ukrainischen als auch den gesamteuropäischen Anstieg an Rüstungseinfuhren haben die USA ihre Position als weltweit größter Lieferant ausgebaut – 64 Prozent aller Einfuhren der europäischen NATO-Länder stammten in den vergangenen fünf Jahren aus den USA. Demzufolge stieg der weltweite Exportanteil der USA von 35 auf 43 Prozent. Laut SIPRI haben die Europäer bis Ende 2024 zudem allein 472 Kampfjets und 150 Kampfhubschrauber in den Vereinigten Staaten bestellt, deren Lieferung noch aussteht. Die europäische Abhängigkeit von Rüstungsgütern aus den USA bleibt also unverändert. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.03.2025, Seite 6, Ausland

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