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Bangladesch: Schikanen gegen Arbeiter

Genf. Der internationale Gewerkschaftsbund Industriall wies am Mittwoch auf die anhaltende Not der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch hin. Angesichts ihrer Hungerlöhne und der hohen Preise für wichtige Güter seien sie nicht in der Lage, einen angemessenen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Industriall forderte die Regierung des Landes außerdem auf, die anhaltenden Schikanen gegen die Beschäftigten infolge der Mindestlohnproteste vor neun Monaten einzustellen, alle Strafverfahren zu beenden. Der Verband verlangte eine angemessene Entschädigung der Arbeiter und der Familien derjenigen, die bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen sind.

Im November hatte die Regierung das Mindesteinstiegsgehalt für Bekleidungsarbeiter von 8.000 BDT (67 US$) auf 12.500 BDT (105 US$) erhöht. Das war die Hälfte dessen, was die Gewerkschaften gefordert hatten. Nach Angaben der Industriall-Mitgliederorganisationen wurden im Anschluss an den Mindestlohnprotest mindestens 43 Strafverfahren gegen 20.000 Beschäftigte eingeleitet, und mehr als hundert Arbeiter inhaftiert. Viele von ihnen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Von den Unternehmen wurden sie auf eine schwarze Liste gesetzt, was es ihnen erschwert, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, hieß es in der Erklärung. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.07.2024, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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