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10.07.2024, 19:28:25 / Inland

Lemke zu Lager Asse: Radioaktive Abfälle müssen bis 2033 raus

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Hier kommt also das Wasser rein: Steffi Lemke am Mittwoch bei der Besichtigung der Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel

Remlingen. Umweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) sieht im Verbleib radioaktiver Abfälle in der niedersächsischen Schachtanlage Asse einen Wettlauf gegen die Zeit. Die dort eingelagerten Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Stoffen müssten »allerspätestens 2033« geborgen werden, sagte Lemke am Mittwoch nachmittag bei einem Besuch in dem maroden Atommülllager. In die Asse dringt Salzwasser ein, das sich seit Anfang des Jahres im Inneren des Schachts aus bislang ungeklärten Gründen neue Wege bahnt. »Die Situation in der Asse ist eine, die ich sehr ernst nehme«, betonte Lemke. »Wir haben es jetzt seit mehreren Wochen mit veränderten Wasserzuflüssen in der Asse zu tun, und deshalb bleibt und ist die Rückholung oberste Priorität.« In der Hauptauffangstelle des Schachtes, in 658 Metern Tiefe, kommt nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung noch ungefähr 1 Kubikmeter Wasser pro Tag an - zuvor seien es 12,5 Kubikmeter gewesen. Ein großer Teil des Wassers werde nun in größerer Tiefe, nur wenige Meter von den eingelagerten Atomfässern entfernt, aufgefangen. Wo das restliche Wasser hinfließt, ist derzeit unklar.

In der Schachtanlage liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, die in den 60er und 70er Jahren dort eingelagert worden waren. Da die Asse seit Jahren als instabil gilt, sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es sei »verantwortungslos« gewesen, sie überhaupt dort einzulagern, betonte Lemke, die sich vor dem Besuch im Schacht den Fragen wütender Anwohner stellte und sich auch mit dem Gemeindebürgermeister Dirk Neumann traf.

Die Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen hatten sich am Mittwoch vor dem Besuch der Ministerin nahe der Schachtanlage versammelt, um gegen die politischen Entscheidungsträger zu demonstrieren. Sie werfen der Ministerin unter anderem vor, sie nicht in die Entscheidungen zur Rückholung der Fässer einzubinden. Um die Fässer über Tage sicher lagern zu können, bedarf es eines Zwischenlagers, das den aktuellen Plänen zufolge in direkter Nähe zum Schacht gebaut werden soll. Die Anwohner befürchten, dass es nicht bei einem Zwischenlager bleiben könnte, sondern dass das Lager zum Endlager für die Abfälle werden könnte. Lemke äußerte Verständnis für diese Sorgen, betonte aber zugleich, dass kein Weg daran vorbeiführe, die Fässer so schnell wie möglich aus dem Schacht zu bergen. Dass dies geschehen muss, ist seit Jahren klar und auch gesetzlich geregelt. Nach den aktuellen Plänen soll allerdings frühestens 2033 mit der Rückholung der Abfälle begonnen werden. (dpa/jW)

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