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Aus: Ausgabe vom 13.06.2024, Seite 4 / Inland
Rechte Gewalt

Anklage nach Anschlag

Oberhausen: Verdächtige mit Naziverbindungen
Von Henning von Stoltzenberg
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Der Sitz der Linkspartei in Oberhausen wurde im Juli 2022 durch eine Bombe schwer beschädigt (13.9.2020)

Im Verfahren um den Anschlag auf das Linke Zentrum in Oberhausen hat die Staatsanwaltschaft Duisburg nun Anklage gegen zwei Oberhausener erhoben. Ein dritter Verdächtiger soll den Sprengstoff für den Anschlag besorgt haben. Bei den beiden Angeklagten handelt es sich um Nina S. und ihren Lebensgefährten Thomas L. Beide sind laut Medienberichten in der Neonaziszene verortet. Der 49jährige L. war bereits in den 90er Jahren in der inzwischen verbotenen »Freiheitlichen Arbeiterpartei« (FAP) in Duisburg aktiv gewesen. Beide befinden sich nach der Durchsuchung ihrer Oberhausener Wohnung im Februar weiter in Untersuchungshaft.

Der dritte Verdächtige ist laut Auskunft des Landgerichts Duisburg der ebenfalls in Oberhausen lebende Kevin Antonio C., der Mitte Mai vor dem Landgericht Duisburg zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Neben Drogenhandel, Falschgeld- und illegalem Waffenbesitz waren C. auch mehrere Sprengstoffexplosionen vorgeworfen worden. Den Sprengstoff soll der Bombenbauer seinen rechten Kumpanen laut Anklage am 4. Juli 2022, also am Tag vor dem nächtlichen Anschlag mitgebracht haben, erklärte Landgerichtssprecherin Lara Zwirnmann am Mittwoch gegenüber jW. Mutmaßlich hätten alle drei Personen den Sprengsatz gemeinsam angefertigt, bevor er in der Nacht auf den 5. Juli im Eingangsbereich der Linke-Räumlichkeiten zum Einsatz gekommen sei. An der Tat soll C. laut Anklageschrift aber nicht beteiligt gewesen sein.

Wann der Prozess startet, ist nach den Angaben des Gerichts noch nicht absehbar. Wenn die Kammer des Landgerichts Duisburg der Anklage der Staatsanwaltschaft stattgibt, könnte der Prozess noch in diesem Jahr beginnen. Darauf drängen auch die Betroffenen, die seit Monaten auf Akteneinsicht warten und vergeblich versuchen, den aktuellen Verfahrensstand mitgeteilt zu bekommen.

Der Sitz der Partei Die Linke und der Ratsfraktion Die Linke Liste war durch die Detonation eines sogenannten unkonventionellen Sprengsatzes nahezu komplett zerstört worden, auch die Fensterfronten gegenüberliegender Geschäfte waren von der Explosion betroffen.

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