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Aus: Ausgabe vom 13.06.2024, Seite 3 / Schwerpunkt
Krieg im Nahen Osten

Kriegsschauplatz Rotes Meer

Jemens Ansarollah nehmen immer mehr Militärziele ins Visier
Von Wiebke Diehl
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Actio est reactio: Nach dem Massaker in Nuseirat greifen die Ansarollah die HMS »Diamond« der britischen »Daring«-Klasse an (Symbolbild, 6.1.2024)

Als »Reaktion auf das Verbrechen des zionistischen Feindes im Lager Nuseirat« habe man den britischen Zerstörer »Diamond« im Roten Meer mit ballistischen Raketen angegriffen, erklärte Jahja Sari, Armeesprecher der jemenitischen Ansarollah (»Huthis«), am Wochenende. Am Sonnabend waren bei der Befreiung von vier Geiseln durch die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mehr als 270 Palästinenser getötet und fast 700 weitere verletzt worden. Unterstützt von US-Streitkräften, waren israelische Soldaten als Zivilisten verkleidet und in für Hilfslieferungen benutzten Lastwagen in das Flüchtlingslager Nuseirat eingedrungen, bevor es mit Bomben angegriffen wurde.

Ebenfalls am Wochenende wurden zwei Handelsschiffe von Raketen und Drohnen der Ansarollah getroffen. Nach Angaben des britischen maritimen Sicherheitsunternehmens Ambrey griffen sie zudem ein weiteres Frachtschiff 83 Seemeilen südöstlich von Aden an. Bereits am 31. Mai hatten die Ansarollah den US-Flugzeugträger USS »Eisenhower« im Roten Meer beschossen. Dies geschah erklärtermaßen in Reaktion auf einen am Vortag erfolgten gemeinsamen US-amerikanisch-britischen Luftangriff im Jemen, bei dem 16 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden waren. Zudem zerstörten das US-amerikanische und das britische Militär in den angegriffenen Provinzen relevante Teile der Infrastruktur. Ein zweiter Angriff der Ansarollah auf die USS »Eisenhower« folgte am 1. Juni. Der Flugzeugträger war am 13. Oktober vergangenen Jahres in die Region entsandt worden. Nach einem Rückzug im April war er Anfang Mai ins Rote Meer zurückgekehrt. Er dient als mobiler Luftwaffenstützpunkt für Angriffe, wie sie seit Januar regelmäßig im Jemen erfolgen. Erheblichen Schaden fügen die Ansarollah den US-Streitkräften und ihrem Ansehen auch durch wiederholten Abschuss von Drohnen zu. Bislang ist es ihnen gelungen, sechs US-Drohnen vom Typ MQ-9 »Reaper« im Wert von je 30 Millionen Euro zu zerstören.

Die Ansarollah greifen inzwischen Schiffe mit Israel-Bezug sowie US-amerikanische und britische Schiffe auch im Mittelmeer an. Zu Beginn ihrer wegen des Gazakriegs und der israelischen Blockade von Hilfslieferungen für die dortige Zivilbevölkerung erfolgenden Drohnen- und Raketenangriffe, die seit Oktober andauern, beschränkten sie sich auf das Rote Meer und den Golf von Aden. Später erfolgte eine Ausweitung auf den Indischen Ozean. Dabei agieren die Ansarollah zunehmend in Kooperation mit dem vornehmlich aus den Volksmobilisierungskräften (Al-Haschd Al-Schaabi), die erheblichen Anteil am Kampf gegen den »Islamischen Staat« (IS) hatten, zusammengesetzten »Islamischen Widerstand im Irak«. Vergangene Woche griffen beide in einer konzertierten Aktion zwei Schiffe an, von denen eines für Israel bestimmte Waffen nach Haifa transportierte. Im Mai hatten der Chef der irakischen Kataib Hisbollah, Abu Hussein Al-Hamidawi, und Ansarollah-Anführer Abd Al-Malik Al-Huthi vereinbart, ihre Operationen gegen Israel zukünftig enger zu koordinieren.

Derweil gaben die Ansarollah am Montag die Aufdeckung eines seit 2015 im Jemen tätigen, US-amerikanisch-israelischen Spionagenetzwerks bekannt. Dieses soll Informationen gesammelt und weitergegeben haben. Entscheidungsträger im Jemen sollen beeinflusst, Behörden infiltriert und Beamte rekrutiert worden sein. Die Geheimdienste hätten darauf abgezielt, die jemenitische Wirtschaft und den Agrarsektor zu schädigen und die Leistungsfähigkeit der Armee der Ansarollah zu schwächen.

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