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D-Day: Erinnerung an Vergewaltigungen

Paris. Aus Scham haben Französinnen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von US-Soldaten vergewaltigt wurden, teils jahrzehntelang geschwiegen. Kurz vor Beginn der Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten hat die 99 Jahre alte Aimée Dupré sich entschieden, vom Schicksal ihrer Mutter zu berichten. »Sie hat sich geopfert, um mich zu schützen«, erzählte Dupré in einem AFP-Gespräch. Sie war 19 Jahre alt, als am 6. Juni 1944 etwa 156.000 US-amerikanische, britische und französische Soldaten an den Stränden der Normandie landeten. Zwei US-Soldaten erschienen eines Abends auf dem Bauernhof ihrer Familie. »Sie waren betrunken, sie brauchten eine Frau«, erinnert sich die 99jährige. Ihre Mutter schrieb später in einem Brief: »Sie haben mich auf ein Feld geführt und dort abwechselnd vergewaltigt, jeder viermal.« Im Oktober 1944 wurden 152 US-Soldaten wegen der Vergewaltigung französischer Frauen verurteilt. Die Zahl der Täter sei aber weitaus größer, schätzt die Historikerin Mary Louise Roberts. »Vermutlich wurden Hunderte, wenn nicht Tausende Vergewaltigungen durch US-Soldaten zwischen 1944 und 1946 nicht gemeldet«, sagt sie. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.06.2024, Seite 15, Feminismus

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