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Den Faden verloren. Probleme bei Neuralink

New York. Das Implantat versprach gelähmten Menschen die Kontrolle von Technik einzig durch die Kraft des Gedankens. Jetzt hat das unter anderem von Elon Musk mitbegründete Neurotechnologieunternehmen Neuralink bestätigt, dass es Probleme mit dem sogenannten Brain-Computer-Interface geben soll. 2023 hatte die Firma die Erlaubnis erhalten, Menschen das flache und runde Implantat einzusetzen. Noland Arbaugh, der erste Patient, berichtete nun im Wall Street Journal von Problemen mit dem Chip. So hätten sich 85 Prozent der flexiblen Fäden, die das Implantat mit dem Gehirn verbinden, bereits gelöst. Auch bewege sich sein Gehirn im Schädel deutlich stärker, als das Neuralink-Team vermutet hatte. Das Implantat hat insgesamt 1.024 dieser Fäden, von einem Roboter mit Hilfe einer extrem feinen Nadel mit dem Gehirn verbunden. Wenn Menschen zu Bewegungen ansetzen, wird ein bestimmter Bereich im Gehirn aktiv. Die Elektroden fangen diese Signale auf. So soll es reichen, sich eine Bewegung vorzustellen, um einen Cursor am Computer zu bedienen. Neuralink hat die Probleme bereits Anfang Mai eingestanden. Als Reaktion darauf habe man unter anderem den Algorithmus zum Registrieren der Gehirnaktivität empfindlicher gemacht. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.05.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 28. Mai 2024 um 15:12 Uhr
    Wie empfindlich muss der Algorithmus werden, damit er ohne Fäden auskommt?
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