-
30.11.20231 Leserbrief
- → Betrieb & Gewerkschaft
Krankschreibung per Telefon
Berlin. Patienten sollen sich bei leichteren Erkrankungen künftig generell telefonisch von ihrer Arztpraxis krankschreiben lassen können. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken will am 7. Dezember über eine entsprechende Änderung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie entscheiden, wie aus der Tagesordnung des Ausschusses hervorgeht. Anders als sonst bei der Änderung von Richtlinien üblich sollen die Versicherten die Möglichkeit sofort nach Beschluss nutzen können, erklärte eine Sprecherin des Ausschusses am Mittwoch der Deutschen Presseagentur. Geplant sei »ein sogenanntes rückwirkendes Inkrafttreten«, also mit dem Beschlusstag. Formal muss das Bundesgesundheitsministerium den Beschluss prüfen. Die neue Regelung soll für Patienten greifen, »die in der Arztpraxis bekannt sind und die keine schweren Symptome haben«, so die Ausschusssprecherin. Ausschussmitglied Monika Lelgemann bestätigte am Mittwoch dem ARD-Hauptstadtstudio, dass die Regelung nach Verabschiedung umgehend in Kraft treten solle. »Das heißt, ab dem 7. Dezember wird es möglich sein.« Ursprünglich war der Beschluss im Ausschuss für Januar vorgesehen. Hausärzte hatten kritisiert, dass es mit der geplanten Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung zu langsam gehe. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
-
Ullrich-Kurt Pfannschmidt 30. Nov. 2023 um 08:52 UhrDas ist wohl einer von ganz wenigen Artikeln, in denen die jW am Beschluss eines staatsnahen Ausschusses nichts zu kritisieren fand. Mal abgesehen von dem Verweis auf die Hausärzte, denen es zu langsam ging.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
