-
07.11.2023
- → Natur & Wissenschaft
Der älteste Krieg in Europa
London. Pessimisten nennen den Krieg eine anthropologische Konstante und haben jetzt für ihre Annahme neue Nahrung erhalten. Forscher von der Universidad de Valladolid fanden bei der Untersuchung eines steinzeitlichen Massengrabs in Nordspanien die ältesten bekannten Spuren eines Krieges auf europäischem Boden, wie sie Anfang November in der Zeitschrift Scientific Reports berichteten. Die rund 5.000 Jahre alten Gebeine geben Hinweise auf Verletzungen, außerdem gruben die Archäologen Waffen wie Steinäxte und Speerspitzen aus. Insgesamt konnte das Team 338 Opfer ausmachen, von denen ein knappes Viertel offenbar verwundet worden war: eine der höchsten Raten von Gewaltspuren in prähistorischen Fundstätten. Darunter fanden sich 65 nicht verheilte und 89 verheilte Verletzungen, die also nicht zum unmittelbaren Tod geführt hatten, was einen langen Konflikt andeute, so die Forscher. Überwiegend entstanden sie durch stumpfe Gewalt wie Axthiebe, Knüppelschläge oder Steinwürfe. Ursprünglich galten die Toten des bereits 1985 von einem Baggerfahrer bei Bauarbeiten entdeckten Massengrabs als Opfer eines einzelnen Massakers. Der Konflikt fand mindestens 1.000 Jahre früher statt als die bisher ältesten bekannten Kriege in Europa. Ein Fund aus dem Niltal ist hingegen noch älter. Vor mehr als 13.400 Jahren sollen sich dort Jäger und Sammler über einen längeren Zeitraum bekämpft und dabei Fernwaffen wie Speere eingesetzt haben. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!