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»Anastasia«-Bewegung bundesweit Verdachtsfall

Berlin. Die ursprünglich aus Russland stammende, völkische »Anastasia«-Siedlerbewegung wird vom Inlandsgeheimdienst inzwischen bundesweit als Verdachtsfall beobachtet. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz am Donnerstag gegenüber der dpa. Das Landesamt in Brandenburg hatte bereits am vergangenen Mittwoch im Landtag auf die Frage einer Abgeordneten der Partei Die Linke mitgeteilt, dass die Bewegung entsprechend eingestuft ist. Dem Netzwerk werden verschiedene Siedlungsprojekte zugeordnet. Ein größeres befindet sich im Ortsteil Grabow der Brandenburger Gemeinde Heiligengrabe (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Die völkischen Siedler berufen sich auf die Romangestalt »Anastasia« eines russischen Gegenwartsautors. Teile der Buchreihe »weisen verfassungsschutzrelevante Elemente auf, die mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung unvereinbar sind«, hatte ein Sprecher des Innenministeriums in Potsdam erklärt. Es handele sich in Teilen um eine völkische, rassistische und antisemitische Ideologie. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.06.2023, Seite 15, Antifaschismus

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