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NDR-Bericht sieht keinen »politischen Filter«

Kiel. Ein interner Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) sieht den Vorwurf einer Einflussnahme von Führungskräften auf die politische Berichterstattung nicht bestätigt. »Belege für einen ›politischen Filter‹ konnten wir im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein nicht finden«, heißt es in dem am Dienstag auf der NDR-Webseite veröffentlichten Bericht. »Wir sehen einzelne tagesaktuelle Entscheidungen kritisch, aber für einen solch massiven Vorwurf müsste die Berichterstattung des Landesfunkhauses über einen längeren Zeitraum systematisch ausgewertet werden. Das war in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich.« Die vom Kontrollgremium Landesrundfunkrat angestoßene externe Überprüfung der Vorwürfe dauert indes noch an. Ergebnisse liegen noch nicht vor. In dem internen Bericht beschreiben die Autoren »schwere Verwerfungen« im Landesfunkhaus in Kiel. Die Führungsstruktur sei sehr hierarchisch gewesen, es sei wenig diskutiert oder erklärt worden. »Die Mitglieder des Landesrundfunkrates werden sich den Bericht im Detail ansehen«, sagte die Vorsitzende des Landesrundfunkrates Schleswig-Holstein, Laura Pooth. »Das Gremium nimmt allerdings mit Sorge zur Kenntnis, dass das Arbeitsklima in Teilen des Funkhauses stark gestört ist.« Nun müsse »der pauschale Vorwurf in einer genaueren Analyse der Berichterstattung der vergangenen Jahre vertiefend untersucht werden«. (dpa/ots/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.09.2022, Seite 15, Medien

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