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24.06.2022, 20:26:33 / Inland
G7 Treffen in Elmau

Gipfelsturm kann beginnen

Großdemonstration am Sonnabend in München geplant
Gegen G7: Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demonstration am Fre
Gegen G7: Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demonstration am Freitag in München

In München wollen am Samstag (12 Uhr) im Vorfeld des G7 Gipfels Tausende Menschen protestieren. Ein Bündnis zahlreicher Organisationen ruft zur Großkundgebung auf der Theresienwiese und zu einer Demonstration durch die Münchner Innenstadt auf. Laut Polizei sind 20.000 Teilnehmer angemeldet.

Die Kritiker des am Sonntag auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen beginnenden Gipfels machen die teilnehmenden Staaten USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada und Japan für die globalen Krisen mitverantwortlich. Unter anderem fordern sie ein Ende der Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle sowie einen konsequenten Kampf gegen Klimakrise und Artensterben. Auch wird mehr Einsatz gegen Hunger, Armut und Ungleichheit verlangt. Zum Trägerkreis des Protestbündnisses zählen der WWF, Greenpeace, ATTAC, Campact und Brot für die Welt.

Die Hilfsorganisation Oxfam forderte am Freitag die Einführung einer Übergewinnsteuer. Nötig sei ein »Aktionsplan gegen Hunger und Armut«, erklärte der Leiter im Bereich Soziale Gerechtigkeit bei Oxfam Deutschland, Tobias Hauschild. Eine Sondersteuer auf »Extraprofite« der größten Unternehmen in den G7 Staaten könnte nach Berechnungen der Organisation insgesamt 430 Milliarden US-Dollar (rund 409 Milliarden Euro) einbringen. Die Situation sei ernst: Die weltweiten Nahrungsmittelpreise erreichten Rekordstände, so Oxfam.

Schuld daran habe laut der G7 Außenminister Russland: Sie verlangten von der russischen Marine, die ukrainischen Schwarzmeerhäfen für Lebensmittelexporte freizugeben. Durch die Blockade der Häfen, die Bombardierung von Getreidesilos und die Zerstörung der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine verschärfe Russland die weltweite Lebensmittelkrise, hieß es in einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Russlands Präsident Wladimir Putin hielt die Diskussion um die Blockade ukrainischer Getreidelieferungen für übertrieben: »Es wird künstlich eine Hysterie aufgeblasen wegen der Einstellung der Transporte, sagen wir mal, über die Schwarzmeerhäfen«, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Freitag bei einem Videogipfel der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika). Weder behindere Russland Getreidelieferungen noch seien diese für die Versorgung der globalen Märkte entscheidend. Er warf der Ukraine vor, die Getreidelieferungen über das Schwarze Meer selbst zu hintertreiben. Demnach sei Moskau bereit, den Schiffen freies Geleit zu gewährleisten, doch zuvor müssten die Ukrainer die Minen in den eigenen Häfen räumen. (jW/dpa/AFP)

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