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Aus: Ausgabe vom 25.06.2022, Seite 2 / Inland
Erinnerungspolitik

Präsidiales Gedenken

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Zum 100. Jahrestag der Ermordung des damaligen Reichsaußenministers Walther Rathenau durch die Hand faschistischer Attentäter gedachte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Freitag Person und Tat. Rathenau, Großindustrieller und Vordenker eines staatsmonopolistisch verfassten Kapitalismus in Deutschland, galt der Weimarer Rechten als »Börsen- und Sowjetjude«, der Deutschland schade. Steinmeier übte sich in Vereinnahmung, machte aus Rathenau einen »Märtyrer der deutschen Demokratie« und rief zu einem »demokratischen Patriotismus« auf. (jW)

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  • Leserbrief von Ronald Prang aus Berlin (24. Juni 2022 um 20:36 Uhr)
    Die Ermordung von Rathenau war ein Zeichen für die Gefährlichkeit des aufkommenden Faschismus. Man konnte die Menschenverachtung der rechten Kräfte erkennen und redete sie, auch damals schon, klein. Erklärte sie zu Einzeltätern, wie heute. Man leugnete die Existenz eines Netzwerkes, obwohl die »Organisation Consul« bereits bekannt war. Dass ein Bundespräsident wieder zu »Patriotismus« aufruft, was abermals ein Zeichen für zunehmenden Rechtsruck im Lande ist, halte ich für sehr gefährlich. Wohin der als Patriotismus getarnte Nationalismus führt, können wir z.Z. in der Ukraine beobachten. Zwei nationalistische Oligarchenregime bekriegen sich im Namen des Patriotismus, jeder Linke kennt die wahren Ursachen für diesen Krieg. Für diesen Bundespräsidenten wäre es besser gewesen, er täte das, worin er schon Routine hat: »Fresse halten«! Nationalisten, die sich Patrioten nennen, haben wir schon genug in diesem Land.