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Gasprom: Lieferungen nach China statt Europa

Moskau. Der staatliche russische Energiekonzern Gasprom hat nach eigenen Angaben vom Mittwoch seine Gaslieferungen an den dänischen Versorger Ørsted sowie an Shell Energy Europe eingestellt. Beide Abnehmer weigerten sich, ihre Gasrechnungszahlungen auf Rubel umzustellen, hieß es zur Begründung. 2021 hatte Gasprom 1,97 Milliarden Kubikmeter Gas an Ørsted geliefert, das entspricht zwei Drittel des dänischen Verbrauchs. Kopenhagen befürchtet für die nächste Zeit aber keine Versorgungsengpässe.

Shell Energy Europe liefert vertragsgemäß jährlich bis zu 1,2 Milliarden Kubikmeter an die BRD, eine laut Bundesnetzagentur »kleine Menge«, die anderweitig beschafft werden könnte. Jährlich werden in der BRD an die 90 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. Zuvor hatte Russland schon die Gaslieferungen an Bulgarien, Polen, Finnland und zuletzt die Niederlande eingestellt, auch hier wegen der verweigerten Umstellung der Zahlungen auf Rubel.

Wie Gasprom am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mitteilte, hat der Konzern in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gut ein Viertel weniger Gas in Länder außerhalb der früheren Sowjetunion geliefert als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Mai seien 61 Milliarden Kubikmeter exportiert worden, 27,6 Prozent oder 23,2 Milliarden Kubikmeter weniger als ein Jahr zuvor. Gaslieferungen nach China über die Pipeline »Power of Siberia« (Kraft Sibiriens) hätten im selben Zeitraum zugenommen. Zahlen hierzu nannte der Konzern nicht. (Reuters/AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.06.2022, Seite 9, Kapital & Arbeit

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