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Aus: Ausgabe vom 07.05.2022, Seite 2 / Ausland
Krieg in der Ukraine

Druck auf Selenskij aus London

Ukraine: Johnson soll weitere Verhandlungen mit Moskau torpediert haben
Von Reinhard Lauterbach
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Unterschiedliche Zielvorstellungen: Der britische Premier Johnson bei seinem Besuch in Kiew mit Präsident Selenskij (9.4.2022)

Das russische Außenministerium hat am Freitag Spekulationen über einen möglichen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine zurückgewiesen. Dafür gebe es klare Richtlinien in der russischen Atomdoktrin, betonte Sprecher Alexej Saizew laut Interfax. »Sie sind nicht anwendbar für die Verwirklichung der Ziele, die im Rahmen der militärischen Spezialoperation in der Ukraine gesetzt wurden.« Saizews Angaben nach hat Russland mehrfach Abkommen vorgeschlagen, die einen Atomkrieg unmöglich machen sollen. Dem Westen warf Saizew eine bewusste Eskalation mit Hilfe der »erfundenen atomaren Bedrohung durch Russland« vor.

Bereits am Donnerstag berichtete das prowestliche Portal Ukrainska Prawda unter Berufung auf Quellen in der Präsidialadministration in Kiew, dass der Stillstand in den ukrainisch-russischen Waffenstillstandsverhandlungen auf die Initiative des britischen Premiers Boris Johnson zurückgehe. Demnach sei Russland Anfang April »zu fast 100 Prozent« bereit gewesen, durch ein Treffen zwischen Wladimir Putin und Wolodimir Selenskij einen Waffenstillstand und eine politische Regelung zu vereinbaren. Dann sei jedoch Johnson zu einem unangekündigten Besuch in Kiew eingetroffen und habe Selenskij von weiteren Verhandlungen abgeraten. Dabei habe er argumentiert, Putin sei ein »Kriegsverbrecher«, mit dem es nichts zu verhandeln gebe. Ebenso werde der Westen der Ukraine keine Sicherheitsgarantien gewähren, wenn Kiew solche mit Moskau vereinbare. Gegenüber dem oppositionellen Portal strana.today kommentierte ein Vertreter der Präsidialverwaltung diese Berichte als »missverständlich« und »übertrieben«.

Unterdessen hat sich Putin nach Angaben aus Israel bei Premier Naftali Bennett für die jüngsten Äußerungen seines Außenministers Sergej Lawrow entschuldigt. Die Entschuldigung sei angenommen worden, hieß es Donnerstag abend aus dem Büro des Premiers. Man sei »froh, dass Russland seine korrekte Haltung zum Holocaust deutlich gemacht« habe.

Recht zurückhaltend sind die offiziellen Reaktionen auf Berichte von US-Medien, wonach die Tötung zahlreicher russischer Generale und die Versenkung des Kreuzers »Moskwa« auf US-Geheimdienstinformationen beruhten. Es sei Russland bekannt, dass die USA solchen Informationstransfer betrieben, sagte der Sprecher des Präsidialamts, Dmitri Peskow, ohne dies weiter zu kommentieren.

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  • Leserbrief von Reinhard Hopp aus Berlin ( 8. Mai 2022 um 12:17 Uhr)
    Und eines Morgens ging die Sonne auf, wie immer im Osten. Aber dieses Mal war es nicht wie immer. Mit ihr kam ein böser Dämon namens Putin daher. Und der hatte nur ein Ziel: Ein Reich, in dem die Sonne nie untergehen würde. Und so folgte er dem Lauf der Sonne nach Westen. Die bis dahin völlig friedlichen, freundlichen und gutmütigen Staaten der NATO waren ebenso überrascht wie erschrocken und konnten es einfach nicht fassen. Ja, liebe Leserinnen und Leser, so kam sprichwörtlich über Nacht das Böse und mit ihm der Krieg in die Welt. – Noch Fragen?

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