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Aus: Ausgabe vom 27.04.2022, Seite 8 / Abgeschrieben

Freie Bahn für Hassnachrichten

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Der Twitter-Account von Elon Musk

Verdi sieht deutliche Gefahren in der Übernahme von Twitter durch den Multimilliardär Elon Musk und erklärte dazu am Dienstag in einer Mitteilung:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die geplante Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch den Unternehmer Elon Musk »sehr besorgniserregend« genannt. »Die Ankündigung des Tesla-Chefs, Twitter zu einer globalen Plattform für Redefreiheit machen und angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit dort abstellen zu wollen, klingt wenig vertrauenerweckend. Sie lässt eher befürchten, dass sich Hass und Desinformation künftig ungehindert Bahn brechen können«, kommentierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz die Pläne.

Eine nur lockere oder gar nicht stattfindende Regulierung der Plattform, wie sie Musks Aussagen vermuten ließen, könne im Gegenteil zu massiven Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der gesellschaftlichen Debatte führen. Nutzerinnen und Nutzer, die besonders häufig Ziel von Hass und Hetze würden, könnten sich von Twitter zurückziehen, warnte Schmitz. Was der Tesla-Chef unter Meinungs- und Pressefreiheit verstehe, habe er zudem mehrfach unter Beweis gestellt. So sei das ZDF offenbar wegen kritischer Berichterstattung nicht zur Tesla-Fa­brikeröffnung in Grünheide zugelassen worden. Auf Presseanfragen antworte das Unternehmen restriktiv oder gar nicht. Musk sei darüber hinaus mehrfach durch explizit Journalist*innen diffamierende Tweets aufgefallen.

»In Zeiten, in denen uns die Folgen von digitaler Desinformation und Propaganda auf erschütternde Weise vor Augen geführt werden, darf die Regulierung eines der bedeutendsten weltweiten Diskursräume nicht den kapitalistischen und möglicherweise grundrechtsfeindlichen Partikularinteressen eines einzelnen überlassen werden«, mahnte Schmitz. Es bleibe abzuwarten, inwiefern der Digital Services Act (DSA), auf den sich die Europäische Union (EU) nun geeinigt hat, Musks Bestrebungen Einhalt gebieten kann, oder ob er nicht die Grundlagen für weitergehende Einschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit durch private Plattformbetreiber liefere.

Die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und ihre Bündnispartner haben zur Bayer-Hauptversammlung am 29. April mehrere Stellungnahmen eingereicht und teilten dazu am Dienstag mit:

Die auf der Homepage des Leverkusener Multis einsehbaren Videos und Texte (siehe www.bayer.com/de/investoren/veroeffentlichte-stellungnahmen-von-aktionaeren-hv2022 ) werfen dem Konzern vor, eine Renditejagd zu Lasten von Mensch, Tier und Umwelt zu betreiben und fordern deshalb gemeinsam die Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. CBG-Vorstand und -Gründungsmitglied Axel Köhler-Schnura hat sein Statement bewusst in Form einer Rede verfasst, wie sie das Unternehmen unter »virtuellen« Onlinebedingungen nicht mehr zulässt. (…) Bevor Köhler-Schnura mit der Causa »Glyphosat« und dem klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß auf die aktuellen Missstände zu sprechen kommt, ruft er einige aus der Vergangenheit des Unternehmens – wie etwa die vielen Gesundheitsschädigungen durch chemische Kampfstoffe, Medikamente und Pestizide – ins Gedächtnis zurück, um die Kontinuität einer skrupellosen Geschäftspolitik aufzuzeigen. »Bei Bayer geht es stets um die Profite«, resümiert der Diplomkaufmann. (…)

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