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13.09.2021, 19:00:30 / Ausland

Geberkonferenz: Eine Milliarde Dollar für Afghanistan

UN-Generalsekretär spricht bei der Konferenz in Genf
Der UN-Generalsekretär spricht bei der Konferenz in Genf

Genf. Auf einer internationalen Afghanistan-Konferenz haben zahlreiche Staaten Hilfsgelder von insgesamt gut einer Milliarde US-Dollar (846 Millionen Euro) für die notleidende Bevölkerung zugesagt. Bei der ersten Geberkonferenz seit der Machtübernahme der Taliban im August machten viele Staaten am Montag in Genf klar, dass sie ihre kurzfristige humanitäre Unterstützung zwar nicht an Bedingungen knüpfen. Die Zusammenarbeit mit der militant-islamistischen werde aber von deren Umgang mit ausländischen Helfern, Frauen, Kindern und Minderheiten abhängen.

Nach UN-Zahlen haben 93 Prozent der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen. Nach Einschätzung von UN-Behörden steht die Grundversorgung in Afghanistan vor dem Zusammenbruch. Mit humanitärer Hilfe sollen medizinische Leistungen, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen aufrecht erhalten werden. Zudem sollen Schutzmaßnahmen für Kinder und Frauen, Notunterkünfte sowie Schulen finanziert werden.

UN-Generalsekretär António Guterres wies darauf hin, dass die Taliban gegenüber den Vereinten Nationen schriftlich um internationale Unterstützung in der Entwicklungszusammenarbeit, im Kampf gegen Dürre, und in Sicherheitsfragen gebeten haben. »Ich denke, dass die internationalen Gemeinschaft damit ein Druckmittel in der Hand hat«, sagte Guterres. »Die Welt sollte mit uns zusammenarbeiten«, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur am Montag. »Die Sicherheit im Land wurde aufrechterhalten, und die Menschen sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Lebensmittel sind knapp, Medikamente sind knapp.« Laut Guterres haben die Taliban auch bereits schriftlich zugesichert, dass Hilfsorganisationen ihrer Arbeit nachgehen könnten und dabei von deren Kämpfern geschützt werden.

Die Vereinten Nationen hatten vor Beginn der Konferenz mehr als 600 Millionen US-Dollar für den Zeitraum September bis Dezember gefordert, um Hunger zu bekämpfen und das Land vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Wie viel von der Milliarde Dollar diesem Nothilfebudget zugute kommen, und wie viel in anderer Form oder später zur Verfügung gestellt wird, konnte Guterres nicht sagen. (dpa/jW)