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Ein Missstand

Von Rafik Will
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Wer hat ’ne Ibu für den Inquisitor? Die Hlg. Jungfrau hat ein mildes Herz (»Madonna mit Kind und St. Petrus Martyr«)

Im letzten Jahrhundert schien die Sache ausgemacht: Die einzig logische Folge der zunehmenden Automatisierung musste eine allgemeine Senkung der Wochenarbeitszeit sein. Daraus ist bekanntermaßen nichts geworden. Warum das so ist, erörtert auf FSK der »Maulwurf der Vernunft: Von Lakai*innen und Kästchenkreuzer*innen II« (Di., 9 Uhr). Auf der gleichen Welle ist später mit Musik und Informationen zu Kultur und Politik das multilinguale »Refugee Radio Network« (Di., 17 Uhr) zu hören.

Die Featureautorin Gaby Mayr beschäftigt sich in »Bischöfe im Nebel. Abgründe katholischer Aufarbeitung« (DLF 2021; Di., 19.15 Uhr, DLF) mit den aktuellen Entwicklungen zur Aufklärung von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche. Um die Menschen, die als unverwertbares Humankapital gelten, weil Arbeitskraft im Überfluss vorhanden ist, dreht sich »Streitmächte: – ›Überbevölkerung‹ – Zu viele sind immer die anderen« (Mi., 17 Uhr, Corax) mit einem Vortrag von Julian Bierwirth aus der Gruppe »Krisis«.

Ein Bruder und eine Schwester, die nicht mit- und nicht ohne einander leben können, sind die Hauptfiguren in Sebastian Hockes neuem Hörspiel  »Wo bist du gewesen?« (WDR 2021; zwei Teile Mi./Do., 19 Uhr, WDR 3). Statt auf Satire setzt der Autor aber auf Drama, angereichert mit düsteren Familiengeheimnissen und ähnlichem. Um einen schiefgegangenen Einsatz als Lockvogel für einen Serienkiller – leidlich bekannt aus vielen anderen Krimis – geht es in Ben-Alexander Safiers »Der letzte Swipe« (RB 2021; Mi., 20 Uhr, Bayern 2 u. a.) aus der Reihe »Radiotatort«.

Kathrin Röggla wagt in »Bauernkriegspanorama« (HR 2020; Mi., 22 Uhr, DLF Kultur), das sich an der Bildbeschreibung und dem Neuentwurf des titelgebenden und von 1976 bis 1987 in der DDR entstandenen Riesengemäldes von Werner Tübke über den Bauernkrieg orientiert, die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten.

Am 19. September wird der österreichische Schauspieler Erwin Steinhauer 70 Jahre alt. Zu seinen Lieblingshörspielen zählt Andreas Jungwirths  »Madonnenterror« (ORF 1997; Sa., 14 Uhr, ORF Ö1), »eine Produktion, die sich mit unterschiedlichen Wahrnehmungen, Verehrungskulten und religiösem Fanatismus beschäftigt«: Zwei Männer (gespielt von Steinhauer und Rupert Henning) stellen überall in der Provinz »heilige« Gipsstatuen auf, ein Reporter (Peter Huemer) begleitet ihr Treiben. Am Abend läuft auf FSK die Übernahme des aktuellen  »Corax Antifa Info« (Sa., 19 Uhr).

Danach geht es mit zwei Ursendungen weiter. Eine große Koproduktion ist die Literaturbearbeitung von Ágota Kristófs Geschichte um zwei vernachlässigte Kinder im Krieg  »Das große Heft« (DLF/HR/SRF 2021; Sa., 20 Uhr, DLF). Etwas später läuft das Originalhörspiel »Verschwundene Tage« (SWR 2021; Ursendung Sa., 23 Uhr, SWR 2) von Kristina Handke, das sich mit Schwangerschaftabbrüchen beschäftigt.

Rolf Cantzen präsentiert in »Lebenszeichen« (So., 8 Uhr, WDR 5 und 8.30 Uhr, WDR 3) eine Sendung unter dem Titel »›Sex mit jemandem, den ich sehr liebe‹ – Eine kleine Geschichte der Onanie«. Jahr für Jahr werden riesige Vermögen vererbt – ohne ausreichende Besteuerung. Ein Missstand, dem Frank-Christian Starke und Heiner Wember ihr Feature »Die Milliarden der kalten Hand« (WDR 2019; So., 13 Uhr und 20 Uhr, WDR 5) gewidmet haben. Als Literaturklassiker ist noch Lena Christs feministisches Stück »Erinnerungen einer Überflüssigen« (BR 2020; So., 15 Uhr und Wdh. Mo., 20 Uhr, Bayern 2) zu empfehlen, bevor es am Abend mit Joachim Palutzki ins All geht: »Zwischen Science und Fiction. Ufos, Aliens und der Erstkontakt« (DLF 2021; So., 20 Uhr, DLF).

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