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Aus: Ausgabe vom 02.08.2021, Seite 8 / Ansichten

Panscher des Tages: Mark Schneider

Von Oliver Rast
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Frisch auf den Tisch: Einer für die große Geste und mit großen Plänen (Schweiz, Vevey, 13.2.2020)

Sein Ruf: Firmenjäger. Sein Job: CEO bei Nestlé. Mark Schneider, 55, »Entscheider« aus dem rheinland-pfälzischen Neuwied, ist seit 2016 beim Schweizer Hersteller für lukullische Surrogate. Und er ist selbstredend konzerneigener Visionär. Die Sparte Nestlé Health Science stehe hoch im Kurs, verkündete Schneider jüngst. Über die Neopläne der Essenmacher berichtete das Handelsblatt in seiner Wochenendausgabe.

Im März des Jahres hatte Schneider wieder zugeschlagen, kassierte die Bountiful Company, eine US-Klitsche für vitaminhaltige Laborpräparate. Schlappe sechs Milliarden Dollar blätterte der Einkaufsstratege für den Coup hin. Die zweitteuerste Übernahme in Schneiders Amtszeit. »Wir liegen damit voll im Trend.« Und den will er dominieren, was sonst. Deshalb die Zukäufe. Schneiders Modell ist eine Art fressalischer Dreiklang: medizinische Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und verschreibungspflichtige Medikamente. Noch wird offenbar an der Einheitspille experimentiert.

Alarmiert fühlt sich Armin Valet, Ernährungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. »Wir beobachten, dass Nahrungsmittelkonzerne stark in den Bereich Gesundheit gehen«, zitiert ihn das Handelsblatt. In Europa bestehe zu Recht noch immer eine strikte Trennung zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln, so Valet. Ein Mahner mit Restzuversicht, der Arme. Die Gefahr scheint akut: Panschereien, die ohne Beanstandung jede Lebensmittelkontrolle passieren. Wahrlich schmackhaft.

Erst kürzlich soll Schneider auf einer Investorenkonferenz – wo sonst? – Skeptikern entgegnet haben: »Ich denke, es gibt starke wissenschaftliche Ergebnisse, die nahelegen, dass es sehr schwer ist, sich ausgewogen zu ernähren.« Klingt sprachlich ungelenk. Indes: Die Tendenz des Trends ist klar – keine Kost mehr ohne Nestlé-Zusatzstoffe.

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